Die Organisation Polizeitechnik und -informatik (PTI) möchte die Mediendatenbanken der Schweizer Polizeikorps vereinheitlichen. Dafür war PTI auf der Suche nach einem System für die Ablage und Verwaltung von Multimediadateien. Für die neue Applikation "Polmedia" hat nun Supercomputing Systems den Zuschlag erhalten. Die Zürcher haben sich gegen drei weitere Bewerber durchgesetzt.
Die Schweizer Polizeikorps setzten heute verschiedene Lösungen für die Medienverwaltung ein, heisst es in den Ausschreibungsunterlagen. Die grösste Verbreitung hätten Smartpolice von der Firma Futurelab und PIC IMS Police vom Hersteller PIC Systems. Nun obliegt es Supercomputing Systems, für einen Betrag von 18,8 Millionen Franken eine Lösung für die Medienverwaltung zu entwickeln.
KI-Funktionen nur optional
Wie PTI schreibt, hätte das Angebot von Supercomputing Systems funktional und technisch überzeugt. Gefordert sind unter anderem die Unterstützung aller gängigen Bild-, Ton- und Videoformate, Clients für den Desktop und das Smartphone mit Vorschau- und Download-Optionen innerhalb von Sekunden. Sämtliche Dateien müssen verschlüsselt gespeichert und auf einem On-Premises-System abgelegt werden. In der Ausschreibung waren Cloud-Lösungen explizit ausgeschlossen.
Bei den ebenfalls geforderten Suchfunktionen betonte PTI insbesondere die Möglichkeit für das Erkennen und Abgleichen von Graffitis. Heute sei der manuelle Abgleich sehr zeitaufwändig, wenn polizeiliche Behörden versuchten, bekannte Täter mit weiteren Sprayereien in Verbindung zu bringen. Eine optional zu entwickelnde Künstliche Intelligenz solle den Ermittlern helfen können, ähnliche Graffitis in Bildausschnitten oder Videos zu erkennen, heisst es beispielsweise.
Supercomputing Systems besitzt bereits Erfahrung mit der Medienverwaltung. Nach eigenen Angaben zeichnet das Unternehmen verantwortlich für das Archivsystem "Faro" des Schweizer Radio und Fernsehens. Die Lösung archiviert Mediendateien automatisch mit Metadaten, so dass die Reporterin oder der Reporter über einen Webclient Ton- oder Videobeiträge nach Stichworten durchsuchen könnten. In dem Archiv liegen laut Anbieter rund 1.6 Millionen Radio- und circa 1 Millionen TV-Sendungen. PTI rechnet laut Ausschreibung mit jährlich maximal 160'000 Tonaufnahmen und 2,2 Millionen Videos.