Der Elektronikriese Samsung hat angesichts der zurückgehenden Nachfrage für Speicherchips im 3. Quartal 2022 deutlich weniger verdient.
Der Überschuss sei im Jahresvergleich um 23,6% auf 9,39 Billionen Won (rund 6,5 Milliarden Franken) gefallen, teilte der südkoreanische Konzern mit. Der Umsatz kletterte um 3,8% auf umgerechnet 53,8 Milliarden Franken. Dahingegen fiel der operative Gewinn des Tech-Giganten im 3. Quartal um satte 31% auf 7,5 Milliarden Franken, der erste Rückgang gegenüber dem Vorjahr seit fast 3 Jahren.
"Wir erwägen keine künstlichen Produktionskürzungen", versicherte Han Jin-man, Executive Vice President of Memeory Business bei Samsung, bei der Quartalsvorlage. "Die Marktnachfrage ist im Moment geschrumpft, aber wir müssen uns auf eine mittel- bis langfristige Erholung der Nachfrage vorbereiten." Die Investitionen will der Tech-Riese laut
'Reuters' ebenfalls nicht verkürzen. Man erwarte keine grossen Änderungen an den Investitionsplänen für Chips für 2023, heisst es.
Besonders die Schwäche des PC-Markts und die ebenfalls nachlassende Nachfrage nach Mobilgeräten und Fernsehern
wirkten sich auf das Chip-Geschäft aus. Samsung selbst erwartet eine Erholung der Nachfrage im Elektronikbereich erst für die 2. Hälfte des kommenden Jahres.
Wechsel in der Chefetage
In diesen schwierigen Zeiten fürs Geschäft übernimmt Samsung-Erbe Lee Jae-yong die Spitze des Konzerns. Er wurde zum Vorsitzenden ernannt und folgt auf seinen in 2020 verstorbenen Vater Lee Kun-hee. In seiner neuen Rolle entscheidet er nun über weitere strategische Investitionen und potenzielle Übernahmen des Samsung-Konglomerats.
Lee Jae-yong, auch Jay Y Lee genannt, ist ein Enkel des Samsung-Gründers Lee Byung-chull. Bereits seit Dezember 2012 ist er Vizevorsitzender von Samsung Electronics und galt schon seit längerem als De-facto-Chef.
Es gibt zahlreiche Skandale rund um den neuen Samsung-Leiter. Im
Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre bezüglich der früheren südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Seither befand er sich mehrmals in Haft, 2021 wurde er nach 18 Monaten im Gefängnis auf Bewährung entlassen. Er unterlag jedoch noch einer auf 5 Jahre ausgelegten Arbeitsbeschränkung. Im August dieses Jahres hatte ihn der neue konservative
Präsident Yoon Suk-yeol schliesslich begnadigt. Die Nation brauche den Spitzenmanager, um die Wirtschaftskrise zu überwinden, hiess es damals.
Zurzeit befindet sich Lee noch immer in einem Gerichtsverfahren. Dabei geht es um mutmassliche Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Fusion zweier Samsung-Tochterunternehmen.