Ohne Swisscom: Ländliche Luzerner Gemeinden wollen eigenes Glasfasernetz bauen

19. April 2023 um 12:35
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Bad Luthern, ein Teil der Gemeinde Luthern, die das Vorbild für das Projekt ist. Foto: natuerlich-luthertal.ch

Flächendeckend schnelles Internet soll die 21 ländlichen Gemeinden 7,5 Millionen Franken kosten.

21 ländliche Gemeinden im Kanton Luzern wollen mit dem Projekt "Prioris" schnelles Internet in jeden Haushalt bringen. Dieses Vorhaben soll die Gemeinden insgesamt 7,5 Millionen Franken kosten, die sie selbst aufbringen wollen. Eine Zusammenarbeit mit Swisscom ist bisher nicht zustande gekommen.
Die Swisscom versuche, den solidarischen Gedanken von Prioris "zu untergraben", teilten die Projektverantwortlichen mit. Das Unternehmen habe unlängst kommuniziert, das Glasfasernetz in den Bauzonen der Regionen nur punktuell ausbauen zu wollen. Während die Haushalte in kommerziell interessanten Gebieten mit Glasfaser erschlossen würden, bleibe die Bevölkerung in umliegenden Gebieten abgehängt, glauben die Verantwortlichen. Dabei sei gerade dort der Bedarf nach stabilem und schnellem Internet sehr gross.
Der Steuerungsausschuss von Prioris setzt sich hauptsächlich aus Gemeindepräsidentinnen und -Präsidenten der beteiligten Gemeinden zusammen.

Luthern ist Vorbild

Die 21 Gemeinden aus der Region Luzern West bezeichnen die im Napfgebiet gelegene Luzerner Gemeinde Luthern als Vorbild für ihr Internet-Projekt. Dort hatte das Stimmvolk 2020 beschlossen, den Bau des Glasfasernetzes selbst in die Hand zu nehmen und die Kosten gemeinsam und solidarisch zu tragen. Unterdessen sind bereits 95% der Haushalte in der Napfgemeinde ans Glasfasernetz angeschlossen.
Nun soll in 21 weiteren Gemeinden ein flächendeckendes Glasfasernetz realisiert werden. Dazu fanden die Projektverantwortlichen einen Partner, wie sie schreiben. Um wen es sich dabei handelt, wollte Franzsepp Erni, Präsident des Steuerungsausschusses, auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' noch nicht sagen. Die Bekanntgabe erfolge, wenn alle Verträge "unter Dach und Fach" seien. "Wir sind auf der Zielgeraden", sagte er.
Auch mit Swisscom sei über eine Zusammenarbeit verhandelt worden, ohne dass eine Einigung zustande gekommen sei.
Das Modell mit dem Partner sehe vor, dass sich die 21 Gemeinden mit insgesamt 7,5 Millionen Franken am Projekt beteiligen. Die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollen sich mit einem einmaligen Betrag an der Erschliessung beteiligen.
Nach den Sommerferien sollen die Gemeinden über das Projekt und die finanzielle Beteiligung entscheiden. Bei einer Zustimmung sollen zwischen 2023 und 2028 alle Liegenschaften erschlossen werden.

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