Onedoc übernimmt Medicosearch

19. Mai 2025 um 09:38
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Onedoc-CEO Arthur Germain. Foto: zVg

Durch den Zusammenschluss vereint Onedoc über 13'000 Gesund­heits­anbieter und rund 4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Sie erhalten mehr digitale Reichweite – und mehr KI.

Die 2017 in Genf gegründete Buchungsplattform Onedoc übernimmt den Berner Wettbewerber Medicosearch. Damit kommen die beiden nach eigenen Angaben grössten Sites für die Buchung von Arzt- und Gesundheitsterminen zusammen, heisst es in einer Mitteilung.
Mit dem Deal festige Onedoc "seine Position als führender Anbieter von digitalen Gesundheitsdiensten in der Schweiz mit mehr als 13'000 registrierten Gesundheitsfachkräften und 350'000 gebuchten Online-Konsultationen pro Monat", teilen die Unternehmen mit.
"Indem wir unsere Kräfte mit denen von Medicosearch bündeln, verleihen wir unserer gemeinsamen Mission, die führende digitale Gesundheitslösung in der Schweiz anzubieten, eine neue Dimension", sagt Arthur Germain, der Mitgründer und CEO von Onedoc.

Die Grösse zählt

Onedoc hatte laut eigenen Angaben zuletzt 10'500 registrierte Gesund­heits­fach­leute respektive Praxen sowie 2,8 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Bei Medicosearch waren es 2600 Gesundheitspartner sowie 1,2 Millionen Anwenderinnen und Anwender.
Und so setzt sich auch bei den Praxisbuchungen eine Kraft durch, die in Digitalmärkten stets herrscht: der Druck hin zum Grössten. Mehr und mehr wird der Markt dominiert durch einen grossen Anbieter – ob Amazon, Google oder Spotify –, denn Grösse bedeutet im Online-Business fast zwangsläufig das beste, weil reichhaltigste Angebot. The winner takes it all.
Durch den Zusammenschluss könne nun das Ziel einer effizienten Plattform "mit mehr Mitteln, mehr Talenten und einer nationalen Reichweite" verwirklicht werden, so Beat Burger, der Gründer und CEO von Medicosearch.

Schweizweite Präsenz

Die Patienten sollen nun einen konzentrierteren Zugangspunkt zu Gesundheitsfachleuten in allen Sprachregionen erhalten. Für das Genfer Unternehmen bedeutet der Deal auch eine erhebliche Gewichtsverlagerung: Bislang erzielte Onedoc weniger als die Hälfte seines Umsatzes in der Deutschschweiz, wie Gründer Arthur Germain im Wirtschaftsmagazin 'Bilan' (Französisch) andeutete. Bis Ende Jahr, mit der Konsolidierung von Medicosearch, sollte der deutschsprachige Umsatzanteil zwei Drittel erreichen.
Die Gesundheitsanbieter bekommen somit mehr Sichtbarkeit und am Ende auch neue digitale Werkzeuge. In den kommenden Jahren will Onedoc mehrere Millionen Franken in die Entwicklung neuer Dienstleistungen investieren; ein Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Künstliche Intelligenz.
Von Personalabbau ist dabei keine Rede: Die neue Gruppe wird aus den 80 Mitarbeitenden bestehen, die Onedoc und Medicosearch heute haben. Die Belegschaft soll bis 2026 auf über 100 Angestellte anwachsen.
Dieser Artikel erschien zuerst bei medinside.ch.

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