EU: Instagram und Facebook gefährden Kinder und Jugendliche

10. Juli 2026 um 12:26
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Foto: Kdg2020 / Pixabay

Die Suchtgefahr ist laut der EU Kommission zu hoch. Meta muss nun reagieren.

Instagram und Facebook bergen nach vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung zu grosse Suchtgefahren für Kinder und Jugendliche. Die Europäische Kommission sieht Risiken unter anderem durch stark personalisierte Empfehlungen sowie das automatische Abspielen immer neuer Videos. Sie treibt ein Verfahren gegen den Mutterkonzern Meta voran.
Der US-Konzern muss darauf nun reagieren. Wenn er die Vorwürfe nicht entkräften kann oder keine Änderungen vornimmt, könnte die EU-Kommission eine Milliardenstrafe in Höhe von bis zu 6% des Jahresumsatzes verhängen. Bei Meta könnten das mehr als 12 Milliarden Euro sein.
Inmitten der Debatte um ein Mindestalter für Social Media veröffentlicht die Brüsseler Behörde damit erneut Ermittlungsergebnisse, die den Druck auf die Online-Plattformen erhöhen und der EU Argumente für strengere Regeln geben.
Auch gegen Tiktok läuft ein Verfahren wegen der Suchtgefahr der App, seit Februar gibt es dazu ähnliche vorläufige Ermittlungsergebnisse. Eine von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte Expertenkommission gibt am kommenden Montag ihre Empfehlungen dazu ab, wie es beim Thema Social-Media-Verbot weitergehen sollte.

Warum die EU-Kommission Suchtgefahr befürchtet

Bei Instagram und Facebook kritisiert die EU-Kommission etwa die Funktion des automatischen Abspielens und des endlosen Scrollens. Mit dem endlosen Scrollen ist gemeint, dass beim Weiterwischen auf einer Plattform ständig neue Inhalte geladen werden, ohne dass der Nutzer zu Pausen gezwungen ist.
Zudem kritisiert die EU-Kommission, wie Inhalte per personalisiertem Algorithmus ausgewählt werden. Auch Benachrichtigungen, die Nutzerinnen und Nutzer immer wieder zurück auf die Plattformen holen, werden moniert.

Was Instagram und Facebook ändern müssten

Die Versuche des Meta-Konzerns, die Suchtgefahr für Minderjährige, aber auch vulnerable Erwachsene zu minimieren, sieht die EU-Kommission als nicht ausreichend an. Zeitmanagement-Tools für Kinder, wie etwa Tageslimits oder Pausenzeiten, lassen sich laut der Brüsseler Behörde leicht ausschalten.
Andere Funktionen der Kindersicherung von Instagram und Facebook seien zudem nur dann wirksam, wenn Eltern ausreichend technische Kenntnisse und sich die Mühe machen, sie wirklich zu verstehen.
Nach Ansicht der Brüsseler Behörde müssen Instagram und Facebook die Funktionsweisen ihrer Plattformen nun ändern. Beispielhaft schlägt die EU-Kommission etwa eine standardmässige Deaktivierung des endlosen Weiterwischens und des automatischen Abspielens von Videos, eine Einführung wirksamer Bildschirmpausen sowie eine Anpassung der Empfehlungen vor, um sie weniger auf Nutzerinteraktion auszurichten.

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