OpenAI gibt vor, "Superintelligenz" kontrollieren zu wollen

6. Juli 2023 um 08:05
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OpenAI malt ein dystopisches Szenario – zu PR-Zwecken. Illustration: Midjourney

Es brauche wissenschaftliche und technische Durchbrüche, um KI-Systeme steuern und kontrollieren zu können, heisst es von OpenAI. Das ist eine Mischung aus PR und Angstmacherei.

Die ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI macht sich Gedanken darüber, wie Menschen eine potenzielle digitale "Superintelligenz" kontrollieren könnten. Das Ziel sei, die zentralen technischen Herausforderungen für ein solches System binnen vier Jahren zu bewältigen, heisst es in einem aktuellen Blogpost der Firma.
"Menschen werden nicht in der Lage sein, verlässlich Systeme mit Künstlicher Intelligenz zu beaufsichtigen, die viel klüger als wir sind", schreiben die Erfinder von ChatGPT. Deshalb solle ein automatisiertes Verfahren dafür ausgearbeitet werden.

"Noch in diesem Jahrzehnt"

OpenAI wolle dafür ein Fünftel der zur Verfügung stehenden Rechenkapazität aufwenden. Das Entwicklerteam solle vom Chefwissenschaftler Ilya Sutskever angeführt werden.
Auch wenn die "Superintelligenz" aus dem Computer derzeit noch in weiter Ferne zu sein scheine, halte OpenAI sie noch in diesem Jahrzehnt für möglich. Sie werde viele Probleme lösen helfen und die folgenschwerste Erfindung der Menschheit sein.

Kritik an Warnungen

Der Vorstoss folgt auf eine Warnung von Branchenexperten, aus deren Sicht Künstliche Intelligenz mit dem Risiko existenzieller Gefahren verbunden ist. Zu den Unterzeichnern gehört auch OpenAI-Chef Sam Altman.
Die angebliche Bedrohung wurde dabei nicht näher erläutert – und Kritiker hielten den Experten vor, solche Warnungen lenkten von bereits heute existierenden Problemen Künstlicher Intelligenz wie Diskriminierung in Algorithmen ab.

Kommentar: Nicht viel mehr als PR

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Chefredaktor Reto Vogt
Tatsächlich gibt OpenAI mit diesem Statement eine Stossrichtung vor, die irreführend ist. Wenn OpenAI will, dass jemand eine dystopische "Superintelligenz" kontrolliert, dann soll das sicher kein unabhängiges Gremium machen, sondern ausschliesslich die Firma selbst – was natürlich gar nicht geht. Ausserdem malen die OpenAI-Erfinder eine Zukunft, die düsterer ist, als sie tatsächlich zu erwarten ist.
Der Blogpost ist eine Mischung aus Angstmacherei vor KI und PR für den eigenen Chatbot, nichts weiter. So nützlich ChatGPT im Alltag auch ist, so weit entfernt ist die KI derzeit davon, das Ende der Menschheit zu bedeuten. Probleme wie Diskriminierung von Minderheiten sind wesentlich aktueller und prioritär anzugehen. Aber das will OpenAI lieber nicht.
(Mit Material von Keystone-sda)

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