Personalchefs kämpfen 2023 mit KI und Datenrisiken

6. Januar 2023, 09:17
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Foto: Jamesteohart / Shutterstock

HR-Verantwortliche sollten sich im neuen Jahr vor Datenrisiken und KI-Rekrutierungstools in Acht nehmen, so eine Arbeitsplatzprognose von Gartner.

Neue Technologien, Datensammlungen über Mitarbeitende und KI in der Personalbeschaffung: All das könnte für die Personalchefinnen und -chefs im neuen Jahr zu einer Herausforderung werden. HR-Führungskräfte müssen mit anhaltenden Unsicherheiten umgehen, so eine Arbeitsplatzprognose des Marktforschers Gartner.
"Personalleiter und -leiterinnen sehen sich einem zunehmend unvorhersehbaren Umfeld gegenüber, in dem viele Organisationen eine Rückkehr ins Büro vorschreiben, die, Fluktuation ständig steigt und die Mitarbeitenden ausgebrannt sind", sagt Emily Rose McRae, Senior Director in der HR-Praxis von Gartner. Mit seiner diesjährige Prognose will der Marktforscher die Arbeitsaspekte hervorheben, die die HR-Führungskräfte in den nächsten 12 Monaten priorisieren sollten.

Vorschriften für KI-Rekrutierungstools

Künstliche Intelligenz in der Personalbeschaffung sei inzwischen ein beliebtes Mittel geworden, schreibt Gartner. Deswegen werden die ethischen Implikationen und Aspekte in diesem Bereich immer dringlicher. So gilt etwa seit dem 1. Januar 2023 in New York City ein neues Gesetz, das die Nutzung von Rekrutierungstools mit KI durch Arbeitgeber einschränkt. Organisationen sind verpflichtet, sich jährlichen Bias-Audits zu unterziehen und ihre Einstellungskennzahlen zu veröffentlichen.
Organisationen, die KI und maschinelles Lernen einsetzen, hätten 2023 laut der Prognose dementsprechend mit den neuen Vorschriften zu kämpfen. Ganz oben auf der Prioritätenliste: Transparenz. Ausserdem stellt sich für Firmen die Frage, wie genau sie KI einsetzen wollen – und ob sie Bewerberinnen und Bewerbern auch die Möglichkeit bieten, sich gegen KI-gestützte Rekrutierungs-Prozesse zu entscheiden.

Mehr Datenrisiken für Mitarbeitende

Auch KI-Assistenten, Wearables und mehr sind mit Unsicherheiten verbunden. Organisationen würden solche Technologien etwa nutzen, um mehr Daten über die Gesundheit, Familiensituation oder Lebensbedingungen zu sammeln und so effektiver auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen. "Der Einsatz dieser Technologie hat jedoch das Potenzial, eine Datenschutzkrise hervorzurufen", so Gartner. Der Marktforscher empfiehlt deshalb, eine Charta für Mitarbeiter zu erstellen, die transparent über die Erhebung, Verwendung und Speicherung der Daten informiert und ihnen ermöglicht, sich allenfalls dagegen zu entscheiden.
Die Prognose thematisiert zudem das Phänomen des "Quiet Hiring": Firmen erwerben neue Skills, ohne dabei tatsächlich neues Vollzeitpersonal einzustellen. Das könnten beispielsweise Temporärmitarbeitende sein, oder bestehende Angestellte, die vorübergehend eine neue Rolle innerhalb des Unternehmens einnehmen. "Die Führungskräfte werden auch Wert auf Weiterbildungen legen, um die Karrierewünsche der Mitarbeiter zu erfüllen und gleichzeitig den Anforderungen des Unternehmens gerecht zu werden", heisst es. Weiter sollen 2023 hybride und flexible Arbeitsformen erneut eine wichtige Rolle spielen.

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