2500 Euro für Anti-Microsoft-Propaganda

27. Juni 2007, 08:47
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Microsoft versucht seit einiger Zeit, sein "Office Open XML"-Fileformat von der ISO als Standardformat für Bürodokumente anerkennen zu lassen.

Microsoft versucht seit einiger Zeit, sein "Office Open XML"-Fileformat von der ISO als Standardformat für Bürodokumente anerkennen zu lassen. Die Industrievereinigung ECMA hat OOXML bereits anerkannt und führt nun die Standardisierungsbemühungen selbst weiter – trotzdem wird OOXML aber immer noch weitherum als Microsofts-Versuch wahrgenommen, das von der Open Source-Konkurrenz entwickelte und bereits seit längerem als ISO-Standard anerkannten "Open Document Format" (ODF) durch einen unter Microsofts Kontrolle stehenden Gegenentwurf zu schwächen.
Gegen die Anerkennung von OOXML als ISO-Standard regt sich daher Widerstand. Aktive Lobbyarbeit will zum Beispiel die Foundation for a Free Information Infrastructure (FFII) leisten. Sie hat einen, wenn auch mit 2500 Euro eher bescheidenen, Geldpreis für die beste Propagandaaktion gegen die Anerkennung von OOXML ausgesetzt, und hofft, dadurch neue Unterstützung und Ideen zu gewinnen.
FFII-Veteran Benjamin Henrion erklärt die Meinung der FFII: "Microsoft gibt Millionen aus, um Unterstützung zu 'kaufen'...Aber es gibt bereits einen ISO-Standard für Textverarbeitung, nämlich ODF. OOXML ist Microsofts Versuch, diesen existierenden Standard zu untergraben, damit seine absolute Dominanz in der Welt der Bürodokumente nicht gefährdet wird. Es wird Zeit dafür, dass Aktivisten weltweit erklären, wieso Microsofts Format weder offen, noch ein Standard, noch XML ist."
Der Preis trägt den Namen "Kayak Award". Dies ist eine Anspielung auf eine bekannte frühere Aktion gegen die Patentierung von Software. Im Jahr 2005 versuchten Aktivisten in Strassburg im Stil von Greenpeace ihren Standpunkt zu demonstrieren, indem sie mit Kayaks gegen eine von den Patentbefürwortern gemietete Jacht anpaddelten. (hjm)

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