Vor 20 Jahren: Das Open Document Format entsteht

2. Mai 2025 um 14:05
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Foto: Ed Hardie / Unsplash

Benutzerinnen und Benutzer von Office-Programmen haben mittlerweile die Wahl zwischen proprietären und quelloffenen Dateiformaten. Die Open Source Community hat grossen Anteil daran.

Bis Anfang der 2000er Jahre waren Textverarbeitungsprogramme wie Openoffice oder Microsoft Word die einzige Möglichkeit, auf den Inhalt von Doc-Dateien zugreifen zu können. Das sollte sich mit der Standardisierung des Open Document Format (ODF) im Jahr 2005 ändern.
Die Office-Dateien basierten fortan auf XML, schrumpften und konnten mit jedem beliebigen Texteditor geöffnet werden. Wie die ODF-Schöpfer von der The Document Foundation berichten, sei das Format ursprünglich entwickelt worden, um einen universellen Zugriff auf Dokumente über Plattformen und Software verschiedener Anbieter hinweg zu ermöglichen. Noch im Jahr seiner Veröffentlichung wurde ODF zum ISO-Standard erhoben.

Microsofts Office Open XML

Parallel zur Entwicklung des ODF-Formats tüftelte auch Microsoft an einem XML-basierten Dateityp für seine Office-Anwendungen. Es wurde als "Office Open XML" erstmals mit Office 2003 ausgeliefert. Den Benutzerinnen und Benutzern blieb vorerst die Wahl, ob sie das proprietäre Doc oder das quelloffene Docx verwenden wollten. Docx (und Xlsx und Pptx) besitzen vergleichbare Eigenschaften wie ODF.
Um für Open Office XML den Status als rechts- und revisionssicheres Dateiformat zu erlangen, den ODF mit der ISO-Zertifizierung bereits innehatte, weibelte Microsoft Mitte der 2000er für eine Anerkennung durch die Standardisierungsorganisation. Unter anderem der XML-Miterfinder und damalige Microsoft-Angestellte Jean Paoli präsentierte der Genfer Standardisierungsorganisation Ecma International die Vorzüge des Dateiformats. Bis zur ISO-Zertifizierung sollte es dann aber noch weitere drei Jahre dauern.

Schöne offene Office-Welt

Bekanntlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Von der Standardisierung der Dateiformate profitiert monetär zunächst niemand. Nicht einmal Microsoft. Die Userinnen und User profitierten aber doppelt und dreifach.
Sie haben die Wahl der Software, können Dank des quelloffenen Formats sicher sein, dass ihre Dokumente frei zugänglich sind, und dürfen sich in Sicherheit wiegen, sollte ein File sich nicht mehr auf herkömmlichen Weg öffnen lassen. Wenn sie die Dateiendung von ODF oder Office Open XML in Zip ändern, lässt sich die vermeintliche Word-Datei wie ein Archiv extrahieren. Neben diversen Konfigurationsdateien und Tabellen ist in dem Zip auch der Dokumententext im XML-Format gespeichert.

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