40 Jahre Microsoft im Zeitraffer

7. April 2015, 14:58
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Vom Miniunternehmen zum Fast-IT-Weltbeherrscher zum Staubschlucker in der Smartphone-Welt zum Cloud-???

Vom Miniunternehmen zum Fast-IT-Weltbeherrscher zum Staubschlucker in der Smartphone-Welt zum Cloud-???
In 40 Jahren stieg Microsoft an die Spitze der PC-Industrie auf, wurde mit Windows so mächtig, dass eine Zerschlagung drohte, verpasste den Smartphone-Boom und fand neue Hoffnung in Cloud-Diensten. Eine Chronologie:
1975: Angeblich am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen die Firma Micro-Soft. Der 19-jährige Gates wird Chef, der Name des Unternehmens wird später in Microsoft geändert. Übrigens: Microsoft selbst hat den genauen Gründungstag nie offiziell bestätigt, will ihn aber trotzdem mit einem Video zur Geschichte des Unternehmens ehren.
1980: Der grosse Coup. IBM glaubt damals nicht, dass man mit dem Betriebssystem für seine neuen "Personal Computer" viel Geld verdienen kann. Big Blue vergibt den Auftrag, ein Betriebssystem für die auf Intels 8086-CPUs basierenden IBM-PCs zu liefern, an die kleine Firma Microsoft. Der Deal ist nicht exklusiv: Microsoft darf MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen. Die Ironie der Geschichte: Microsoft verdient danach im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zigfach mehr Geld mit MS-DOS und später Windows als IBM selbst mit der Hardware.
Im gleichen Jahr stösst auch Gates' College-Freund Steve Ballmer zu Microsoft.
1983: Allen zieht sich nach einer Krebserkrankung zurück.
1985: Microsoft veröffentlicht Windows, eine grafische Erweiterung für MS-DOS, die allerdings anfänglich nur wenige User überzeugt.
1986: Microsoft geht im März an die Börse. Das legt den Grundstein für die Milliarden-Vermögen von Gates, Allen und Ballmer.
1990: Die Firma bündelt ihre Büroprogramme im Paket Microsoft Office.
1995: Windows 95 macht einen Sprung nach vorn, was die PC-Bedienung angeht. Zugleich will Microsoft vergeblich den Dienst MSN als eine Art Alternative zum Internet etablieren. Nach dem Erfolg des Web-Browsers Netscape bündelt Microsoft sein Konkurrenz-Programm Internet Explorer mit Windows und erreicht damit eine dominierende Position.
1997: Die Bündelung von Internet Explorer und Windows löst Ermittlungen der US Wettbewerbshüter aus.
2000: Gates übergibt im Januar die Microsoft Führung an Ballmer und schafft für sich den Posten eines Chef-Software-Architekten. Im April entscheidet ein Gericht, Microsoft missbrauche eine Monopol-Position. Eine Zerschlagung steht im Raum.
2001: Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein bisher langlebigstes Betriebssystem. Mit der Xbox steigt der Konzern ins Geschäft mit Spielekonsolen ein.
2004: Microsoft einigt sich mit US Wettbewerbshütern. Zugleich gibt es Kartellermittlungen in Europa, die zu mehreren hundert Millionen Euro Strafe und Auflagen für die Trennung von Software führen.
2007: Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern unter anderem wegen umständlicher Bedienung unbeliebt. Ballmer belächelt das iPhone, Microsoft verpasst bei Smartphones den Anschluss an Apple und Googles Android-System.
2008: Gates gibt den Posten des Software-Architekten ab.
2009: Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.
2012: Mit dem Tablet Surface stellt Microsoft den ersten Computer aus eigener Produktion vor.
2013: Microsoft kauft die Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia. Ballmer kündigt seinen Rückzug an.
2014: Cloud-Manager Satya Nadella wird neuer Konzernchef. Microsoft streicht nach der Übernahme des Nokia-Geschäfts 18'000 Arbeitsplätze. Nadella kündigt den Fokus auf Cloud-Dienste für alle Plattformen an. (sda/hjm)
(Foto unten: JF10 unter Creative-Commons-Lizenz.)

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