Die beiden Kantone St. Gallen und Thurgau werden ihr bisheriges System zur Wahlauszählung ersetzen, da dieses schon fast 20 Jahre im Betrieb ist. Lieferant der neuen Lösung ist Abraxas, wie einer Mitteilung der beiden Kantone zu entnehmen ist. Sie soll ab 2022 zum Einsatz kommen.
Abraxas konnte sich in einer offenen Ausschreibung gegen drei Mitbewerber durchsetzen. Das Unternehmen habe die Systemanforderungen am besten erfüllt, so die beiden Kantone. Das System, das nun implementiert werde, stehe noch nirgends im Einsatz.
Abraxas lieferte bereits das bisherige System Wabsti. Dieses komme aufgrund des fortgeschrittenen Alters an die Grenzen der Anforderungen. Sowohl die Systemarchitektur, die Benutzerführung wie auch die Sicherheit entsprächen nicht mehr dem heutigen Wunsch, heisst es in der Mitteilung.
Mehr Sicherheit durch Transparenz
Bei den beiden Kantonen geht man davon aus, dass die im Rahmen von E-Voting diskutierten Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zunehmend auf alle technischen Mittel beim Urnengang übertragen würden. Deshalb sind höhere Anforderungen an die Security gestellt worden. Dabei setzen sie auf einen neuen Ansatz: Ab sofort wolle man Sicherheit durch Transparenz, so die beiden Kantone. Abraxas hat sich verpflichtet, den Quellcode des Systems offenzulegen.
Das System wird für eidgenössische und kantonalen Wahlen genutzt. Es soll auch wie allen Gemeinden zur Ermittlung der Ergebnisse von kommunalen Wahlen und Abstimmungen zur Verfügung stehen.
Update 15. Januar 2021: Dem nun publizierten Zuschlag ist zu entnehmen, was sich die Kantone die Lösung kosten lassen. Der Thurgau bezahlt Abraxas rund 1,8 Millionen Franken, St. Gallen 2,4 Millionen.