Adnovum baut neue Echtzeit-Applikation für Fernmeldeüberwachung

8. April 2021, 13:06
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Der Bund hat das letzte Projekt zum Ausbau und Betrieb des Verarbeitungssystems zur Fernmeldeüberwachung gestartet.

Für 10 Jahre, bis Ende Juni 2031, hat sich Adnovum für knapp 17,5 Millionen Franken die Entwicklung der neuen Software FLICC (Federal Lawful Interception Core Component) gesichert. Damit wird die ISS (Interception System Schweiz) genannte aktuell eingesetzte Echtzeitapplikation für die Fernmeldeüberwachung (FMÜ) ersetzt, heisst es auf Simap. Die neue Anwendung hat die Überwachungsdaten entgegen zu nehmen und für die Strafverfolgungsbehörden aufzubereiten, wird weiter erklärt. Zu erfüllen seien demnach als 2 Hauptaufgaben die Entgegennahme und Vorbereitung der Daten (CSP Data Processing) und die Bearbeitungsfunktionen für die Ermittlung (User Data Processing). Kurz gesagt soll Adnovum mit dem zu entwickelnden FLICC das "User Data Processing als Werk realisieren und pflegen".
Bei dem Auftrag handelt es sich um das letzte, das "Projekt 5", des insgesamt über 100 Millionen Franken teuren Software-Projekts FMÜ des Bundes. Laut der im letzten Sommer aktualisierten Programmübersicht beinhaltet es die Ablösung des heutigen Verarbeitungssystem ISS, "um die Bereitstellung einer aktuellen, anforderungsgerechten und zeitmässigen Echtzeitüberwachungskomponente sicherzustellen". Das ISS ist seit dem Frühjahr 2015 im Betrieb. Es gilt als "Projekt 2" in der Übersicht. Im "Projekt 1" war die "Ersatzbeschaffung von Teilsystemen des Verarbeitungssystems" aufgegleist worden, für die (Projekt 3) die Aufträge Mitte 2017 an Atos und Elca gegangen waren.
Der Vollständigkeit halber sei noch das "Projekt 4" genannt. In dessen Rahmen wird ein neues modulares Ermittlungssystem für den fallbezogenen und übergreifenden Abgleich von Daten aus unterschiedlichen Ermittlungshandlungen beschafft und eine Government Software (GovWare).
Die Gelder für das Programm FMÜ als eines der IKT-Schlüsselprojekt des Bundes waren im März 2015 gesprochen worden. Konkret geht es um den "Ausbau und Betrieb des Verarbeitungssystems zur Fernmeldeüberwachung". Also um Software, mit der Daten aus dem Abhören von Telefongesprächen, dem legalen Hacken von PCs und dem Absaugen des Datenverkehrs ausgewertet werden können.
Für den nun an Adnovum vergebenen Auftrag waren insgesamt 5 Angebote eingegangen. Er umfasst neben der Applikationsentwicklung auch die Pflege und den Support. Neben dem Grundauftrag von rund 5,3 Millionen Franken, der bis zum 30. Juni 2026 erfüllt sein soll, könnten gut 12,1 Millionen Franken in Optionen fliessen
Die Optionen schliessen die zusätzliche Pflege und den Support bis 2031 ein und den "Abruf von IT-Aufträgen und/oder IT-Werken von bis zu 2500 Personentagen" für Änderungswünsche in der FLICC-Realisierungszeit von 2021 bis 2023. Ausserdem sollen bis zu 5000 Personentage für die Jahre 2024 bis 2026 verfügbar gemacht werden können, um die realisierten Funktionalitäten zu erweitern und bis zu 2500 Personentagen in den Jahren 2027 bis 2030 zur Unterstützung von FLICC-Weiterentwicklung. Hinzu kommen optional noch Zusatzarbeiten für eine Schnittstelle zur Datenübergabe und den ganzjährigen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr.

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