Aktienspam-Truppe angeklagt

4. Januar 2008, 16:12
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Elf Spammer sind gestern in Detroit angeklagt worden.

Elf Spammer sind gestern in Detroit angeklagt worden. Das Gericht wirft ihnen Betrug und Aktienkursmanipulation mittels irreführender E-Mail-Nachrichten – Spam – vor. Angeklagt sind unter anderen der 52-jährige Alan M. Ralsky sowie sein 46-jähriger Schwiegersohn Scott K. Bradley. Nur Bradley und die 55-jährige Judy M. Devenow, die gestern verhaftet wurden, erschienen vor Gericht. Der 49-jährige How Wai John Hui ist am 2. Januar in New York verhaftet worden. Die restlichen acht Mitglieder der Spam-Truppe werden noch gesucht. Die vom FBI angeführten Ermittlungen liefen bereits seit drei Jahren.
Die Truppe hat sich auf Aktienspam spezialisiert. Im sogenannten "Pump and Dump"-Verfahren kaufen die Spammer Aktien zu einem tiefen Kurs und verschicken dann E-Mails, die wie professionelle Investment-Newsletter aussehen. Empfänger werden so auf einen vermeintlichen Geheimtipp aufmerksam gemacht. In vielen Fällen kaufen die Empfänger solcher E-Mails tatsächlich die angepriesenen Wertpapiere und lassen somit den Aktienkurs tatsächlich steigen. Die Spammer verkaufen daraufhin ihr grosses Aktienpaket und erzielen somit einen satten Gewinn. Die Spam-Empfänger profitieren nicht von der Kurserhöhung, da der Kurs danach wieder sinkt.
Gemäss Medienberichten hat Ralsky mindestens 150 Millionen E-Mail-Adressen in seinem Verteiler. Ralsky, der "Spam-König" genannt wird (er ist allerdings nicht der einzige mit diesem Spitznamen), soll sich derzeit in Europa aufhalten. Ein Anwalt sagte gegenüber US-Medien, dass sich Ralsky womöglich in den nächsten Tagen stellen wird. Ihm drohen bis zu zwanzig Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250'000 Dollar. (mim)

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