Autokonzern kontrolliert neu Boston Dynamics

21. Juni 2021, 15:00
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Hyundai übernimmt die Mehrheit am Roboterhersteller von Softbank.

Die mit ihren laufenden Robotern bekannt gewordene Firma Boston Dynamics gehört nun dem südkoreanischen Autobauer Hyundai. Man wolle eine "Robotik-Wertschöpfungskette" aufbauen, die von der Produktion von Roboterteilen bis hin zu intelligenten Logistiklösungen reiche, kündigte Hyundai an.
Der Wert von Boston Dynamics betrage nach der Transaktion 1,1 Milliarden Dollar (etwa 1 Milliarde Franken), hiess es. Hyundai übernahm dabei 80% der Anteile. Der bisherige Eigentümer, der japanische Technologiekonzern Softbank, behalte über eine Tochter die restlichen 20%.
Finanzielle Details wurden keine bekannt gegeben.
Demo-Videos mit Robotern von Boston Dynamics sorgen seit Jahren für Aufsehen – auch weil sie vorerst die Grenzen und dann den Fortschritt der Technologie zeigen. Erst fiel es den in ihren Bewegungen Menschen nachempfundenen Robotern oft schwer, das Gleichgewicht zu halten. Inzwischen meistern sie auch komplexe Bewegungsabläufe und können rennen, springen, Treppen benutzen, Kisten tragen und selbstständig aufstehen, wenn man sie umschubst.
Den Roboter "Spot", der sich wie ein Hund bewegt, verkauft Boston Dynamics inzwischen als erstes kommerzielles Produkt zum Beispiel für Wachdienste. Auch die New Yorker Polizei holte sich einen der "Spot"-Roboter für ihre Einsätze; sie musterte ihn jedoch nach Kritik nach wenigen Monaten wieder aus.
Ein neuer Warenhaus-Roboter ist angekündigt und soll den Logistikbereich erobern.
Boston Dynamics durchlebte in den vergangenen Jahren mehrere Eigentümerwechsel. Zunächst wurde die Firma von Google übernommen. Doch der Tech-Konzern, der immer stärker ins Visier von Wettbewerbshütern und Kritikern der Technologiebranche geriet, schraubte seine Robotik-Pläne zurück. Softbank kaufte Google Boston Dynamics 2017 ab – und hatte damals auch Pläne, stärker auf Roboter zu setzen. Inzwischen strafft der japanische Konzern jedoch unter anderem nach der milliardenschweren Fehlinvestition in den Büroraum-Anbieter WeWork sein Portfolio.
Hyundai will sich zusammen mit der Schwestermarke Kia gerade zu einem Anbieter "smarter Mobilitätslösungen" wandeln. Dazu gehörten Investitionen in Zukunftstechnologien, inklusive selbstfahrender Autos, künstliche Intelligenz, Fluggeräte für die urbane Mobilität und Roboter. Der Konzern experimentiert auch mit einer selbst entwickelten Art "Laufendes-Auto"-Roboter, der mit seinen Rädern einen Weg entlang rollen oder sich aufrichten und auf seinen Beinen durch schwierigeres Gelände navigieren kann.

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