Avaloq greift im E-Banking an

28. November 2013, 10:31
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Seit einigen Monaten geht Avaloq mit seinem neuen E-Banking-Modul auf Kundenjagd. Erste Abschlüsse gibt es bereits: Die LUKB löst ihr Crealogix-System ab.

Seit einigen Monaten geht Avaloq mit seinem neuen E-Banking-Modul auf Kundenjagd. Erste Abschlüsse gibt es bereits: Die LUKB löst ihr Crealogix-System ab.
Vor fünf Jahren führte die Luzerner Kantonalbank (LUKB) das E-Banking-System des Zürcher Softwareherstellers Crealogix ein - nun wird es bereits wieder abgelöst. Die Bank hat sich kürzlich entschieden, das E-Banking-System von Avaloq einzuführen. Entsprechende Verträge sind unterzeichnet worden. Von Avaloq stammt bereits das Kernbankensystem, das die LUKB ebenfalls seit 2008 einsetzt.
Wie LUKB-Sprecher Daniel von Arx auf Anfrage sagt, habe sich das Nutzerverhalten der Kunden in den letzten fünf Jahren verändert. Mobile-Banking über Smartphones und Tablets werde immer wichtiger. Deshalb habe man sich für die Modernisierung des E-Banking-Systems entschieden. Nach einem mehrstufigen Evaluationsprozess habe sich Avaloq gegen Crealogix durchgesetzt. Wie viel die Bank investiert, wollte der Sprecher nicht sagen.
Kampf ums E-Banking geht los
Avaloq bietet erst seit kurzem ein eigenes E-Banking-Modul an. Seit Beginn dieses Jahres ist Avaloq intensiv daran, das eigene E-Banking-Modul im Markt zu positionieren. Den Markteintritt hatte Avaloq bereits 2011 angekündigt.
Zahlreiche Banken, die Avaloq als Kernbankensoftware im Einsatz haben, arbeiten nach wie vor mit Crealogix als E-Banking-System. Doch der langjährige Avaloq-Partner sieht sich immer stärker in Bedrängnis: Wie aus dem Avaloq-Umfeld zu hören ist, haben sich auch schon andere Banken für das E-Banking von Avaloq entschieden - sowohl im Ausland als auch Kantonalbanken. Unter Druck kommt auch der Avaloq-Partner Swisscom, der ein eigenes E-Banking anbietet.
Für Banken scheint es Sinn zu machen, alles aus einer Hand zu beziehen. Die LUKB - heisst es in der Mitteilung von Avaloq - profitiere von kurzen Innovationszyklen und der Möglichkeit, in Zukunft weitere Funktionalitäten zu integrieren. Dies seien zwei der Hauptgründe für den Entscheid gewesen.
Die Web-Banking-Lösung basiert auf der Avaloq-Frontplattform, einem Middle-Tier-Layer, der ins Kernbankensystem integriert ist. Die Plattform ist darüber hinaus auch zugänglich für Entwickler. So können Banken auch Funktionalitäten einführen, die von Dritten stammen.
Ablösung Mitte 2015
Bei der LUKB sieht die Planung vor, dass Avaloq die notwendigen Funktionalitäten einführt, so dass erste Bestandteile der neuen LUKB-Webseite im zweiten Quartal 2014 aufgeschaltet werden können. Die komplette Ablösung der aktuellen Internet-Banking-Plattform sei für das zweite Quartal 2015 geplant, teilt Avaloq mit.
Beim Aufbau des neuen Webportals lässt sich die LUKB vom IT-Consulter ti&m beraten, der unter anderem eine Applikation liefert, mit der Bankkunden eine Übersicht ihrer finanziellen Situation erhalten, einschliesslich Monatsprognosen der Einnahmen, Ausgaben und des verfügbaren Einkommens. Avaloq wird laut der Mitteilung alle diese von ti&m entwickelten "Banklets" zertifizieren. (Maurizio Minetti)

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