Bedag-Abraxas-Deal in der Schwebe

22. Januar 2008 um 14:24
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Der Kanton Zürich will zuerst eine IT-Strategie...

Der Kanton Zürich will zuerst eine IT-Strategie...
Der Kanton Zürich überarbeitet zur Zeit seine IT-Strategie. Wie Generalsekretär Daniel Wettstein von der Zürcher Finanzdirektion sagt, stehen grundsätzliche Entscheide an, so welche Standards der Kanton künftig einsetzen wolle, wie er Informatik beziehen will (zentral, dezentral, über Tochterfirmen oder auf dem freien Markt) und wie er Skaleneffekte erreichen kann.
Wettstein bestätigte damit auch einen Bericht, der heute im 'Netzticker' erschien, wonach sich die Umsetzung des geplanten Joint-Ventures zwischen Abraxas und Bedag bis mindestens Anfang 2009 verzögern wird. "Der Regierungsrat will zuerst über die IT-Strategie des Kantons befinden," so Wettstein zu inside-it.ch. Er verneinte allerdings einen Zusammenhang mit dem Wechsel in der Zürcher Finanzdirektion von Hans Hollenstein zu Ursula Gut. Die kantonale IT-Strategie sei zuvor schon ein Thema gewesen. Abraxas befindet sich im Besitz der Kantone St. Gallen und Zürich, Bedag gehört dem Kanton Bern.
Die IT-Strategie des Kantons Zürich wird unter Federführung des KITT, des Kantonalen IT-Teams erarbeitet.
Zürcher IT-Strategie vor Mitte Jahr
Bis spätestens Mitte Jahr sollte die kantonalzürcherische IT-Strategie ausformuliert sein, gemäss Wettstein sogar eher früher. Dann wird man die geplante Zusammenlegung von Teilen von Abraxas und Bedag umsetzen können - oder auch nicht. Gemäss Wettstein laufen die Arbeiten am Joint-Venture von Abraxas und Bedag unvermindert weiter.
~~Unser Kommentar: Seltsames Timing
Fassen wir zusammen: Im Mai 2007 gaben Bedag und Abraxas die Gründung einer Tochtergesellschaft bekannt. De facto, so wurde rasch klar, sollte je ein Teil der beiden Kantons-IT-Töchter zusammengelegt werden. Man habe damals weitere Kreise in die Planung einbeziehen müssen und aus Mitarbeiterkreisen seien Fragen gekommen, sagt Wettstein. Deshalb sei man im Mai an die Öffentlichkeit gegangen.
Gut drei Monate später hiess es dann aber wieder, Zürich und St. Gallen wollten die rechtlichen Rahmenbedingungen für die geplante Zusammenarbeit "genauer überprüfen", weshalb sich der Start des gemeinsamen Unternehmens bis Mitte 2008 oder allenfalls bis Januar 2009 verzögern könne.
Und nun - wiederum drei Monate später - findet der Kanton Zürich heraus, dass er zuerst grundsätzlich über seine IT-Strategie befinden möchte und allenfalls alles auch wieder anders sein könnte.
Wir dachten immer, dass man eine Strategie beschliesst, bevor man konkrete Sourcing-Entscheide fällt. Es sei denn, die Strategie dient nur noch zur Rechtfertigung eines eigentlich schon lange feststehenden Beschlusses...~~ (Christoph Hugenschmidt)

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