In einer länderübergreifenden Operation sei die Ransomware-Gruppe REvil vom Netz genommen worden, berichtet 'Reuters'. Die Seiten der Bande gingen vor einigen Tagen offline. Zuvor gab es Berichte darüber, dass jemand die Kontrolle über das Tor-Zahlungsportal und die Datenleck-Website der Gruppe übernommen habe. Dies bestätigt nun die Nachrichtenagentur mit Berufung auf Security-Kreise. Die Bande sei von den Behörden gehackt worden.
Bereits im Juli waren sämtliche Websites und die Infrastruktur der Bande zwischenzeitlich vom Netz verschwunden.
Beide Male steckten Strafverfolgungsbehörden dahinter, ist dem Bericht zu entnehmen. Dem FBI ist es demnach in internationaler Zusammenarbeit gelungen, zunächst einige Server der Cyberkriminellen unter Kontrolle zu bekommen und dann auch die Backups zu infizieren. Die Bande war dann offline, hat sich aber mithilfe der Backups zurückgemeldet. Da die Behörden aber die Backups kompromittieren konnten, hatten die Strafverfolgungsbehörden erneut Zugriff auf die Systeme. "Ironischerweise hat sich die bevorzugte Taktik der Bande, die Backups zu kompromittieren, gegen sie selbst gerichtet", zitiert 'Reuters' einen Security-Spezialisten.
Nun habe man der Gruppe erneut den Stecker ziehen können, so der Bericht. Demnach sind die Behörden sehr aggressiv vorgegangen. Dies habe auch mit der Strategie der US-Regierung zu tun. Diese hatte Anfang Sommer entschieden, dass Ransomware-Vorfälle als relevant für die nationale Sicherheit betrachtet werden.
Die Bemühungen der US-Strafverfolgungsbehörden hätten sich insbesondere nach dem
Angriff auf Kaseya verstärkt, heisst es weiter. Das FBI kam im Verlauf der Ermittlungen
an den Schlüssel, wie später bekannt wurde. Um einen Schlag gegen REvil vorzubereiten, hielt die Behörde diesen zunächst aber zurück.
Gegenüber 'Reuters' wollten sich weder das FBI noch das Security Council des Weissen Hauses äussern.