Staatsanwaltschaft Zürich bereitet sich auf Justitia 4.0 vor

13. Mai 2025 um 07:18
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Polizei- und Justiz­zentrum Zürich. Foto: Kanton Zürich

Neben diversen IT-Vorhaben halten auch Cyberkriminelle die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich auf Trab.

Die Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich sind seit gut einem Jahr an einem erneuerten digitalen Arbeitsplatz tätig. Die Umstellung sei Anfang 2024 geschehen und ohne grössere Probleme verlaufen. Wie es im Jahresbericht der Staatsanwaltschaft heisst, habe der Betrieb nahtlos aufrechterhalten werden können.
Jedoch, so betont die Behörde, sei die Einführung des digitalen Arbeitsplatzes (DAP) teils mit erheblichen Umstellungen verbunden gewesen. Dokumente und E-Mails mussten neu klassifiziert und verschlüsselt werden, das Tischtelefon verschwand von einem Tag auf den anderen und die Mitarbeitenden mussten sich mit verschiedenen neuen Applikationen vertraut machen. Welche das waren, steht allerdings nicht im Jahresbericht.

Takeoff und Helium für Justitia 4.0

Das nationale Projekt Justitia 4.0 beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft Zürich. Die Umstellung auf die elektronische Kommunikation sei ab 2027 geplant. Um das Kerngeschäft auf die elektronische Aktenführung vorzubereiten, sei im Jahr 2024 das Programm "Takeoff" gestartet worden. Im Zuge dessen würden neue Technologien in bestehende Systeme integriert sowie die Kompatibilität mit den Prozessen und Systemen von unter anderem Gerichten und Polizei sichergestellt. Laut Staatsanwaltschaft sind die Projekte von "Takeoff" auf Kurs und würden konsequent vorangetrieben.
Ebenfalls in Vorbereitung auf Justitia 4.0 will die Behörde ihre Geschäftsverwaltung RIS 2 ablösen. Eine Ausschreibung für das Projekt "Helium" hatte der Kanton im vergangenen November gestartet. Sie hatte zuletzt die Politik auf den Plan gerufen. Gemäss Jahresbericht soll die neue Lösung trotzdem pünktlich zur Einführung der Übermittlungsplattform von Justitia 4.0 zur Verfügung stehen.

Sammelverfahren gegen Lockbit

Abseits der IT-Vorhaben gibt die Staatsanwaltschaft im Jahresbericht auch einen Einblick in die Ermittlungserfolge im Cyberraum. Unter anderem führe die Behörde gegen die Ransomware-Bande Lockbit ein Sammelverfahren von 75 Geschädigten aus diversen Kantonen mit einem Gesamtschaden von über 7 Millionen Franken.
Mitte Februar 2024 sei einer internationalen Taskforce mit Beteiligung der Zürcher Strafverfolger ein Schlag gegen die Cyberkriminellen gelungen. Es konnten sieben Server stillgelegt sowie über 10'000 Benutzerkonten deaktiviert werden. Im Juli 2024 sei dann im US-Bundesstaat New Jersey ein kanadisch-russischer Doppelbürger verurteilt worden, der sich auch schuldig bekannte, an Lockbit-Attacken auf Schweizer Geschädigte beteiligt gewesen zu sein, heisst es in dem Bericht.

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