Der Bechtle-Konzern schnappt sich den erfolgreichen Cloud-Pionier Steffen Informatik. Hanspeter Oeschger übernimmt Leitung der Bechtle Systemhäuser. Steffen-GL bleibt an Bord. Wie lange?
Damit hat niemand gerechnet: Der Bechtle-Konzern übernimmt den erfolgreichen KMU-Outsourcer und Cloud-Pionier Steffen Informatik. Der deutsche VAR-Riese unternimmt damit so etwas wie einen Befreiungsschlag. Denn Bechtle hatte in der Schweiz in den letzten Jahren
im Systemhaus-Geschäft immer wieder Probleme.
Steffen Informatik setzte im letzten Jahr mit 120 Mitarbeitenden an fünf Standorten 35 Millionen Franken um. Die vier Geschäftsführer von Steffen Informatik, Hanspeter Oeschger, Markus Oeschger, Christian Speck und Thomas Zimmerli bleiben in ihren bisherigen Funktionen an Bord, heisst es in einer Mitteilung. Zusätzlich übernimmt Hanspeter Oeschger die Leitung der drei "Problemkinder" von Bechtle Schweiz, die IT Systemhäuser in Basel, Bern und Zürich. Erst diesen März
desertierte ein ganzes Team von Bechtle Bern zur Konkurrenz.Der Kaufpreis, den Bechtle für Steffen Informatik bezahlt, wird nicht bekannt gegeben. Hingegen kommuniziert der Konzern klar, dass man Synergien zwischen Steffen Informatik und den IT-Systemhäusern nutzen will.
Und manche in der Branche sagen, Bechtle habe den Cloud-Zug hierzulande verpasst. Für diese These spricht, dass Bechtle nach eigenem Bekunden die Kompetenz in "Outsourcing und Managed Services" stärken will.
Nur auf den ersten Blick überraschend
Dass Bechtle die offensichtlich erfolgreiche Steffen Informatik schluckt, ist auf den ersten Blick überraschend. Schliesslich hat Bechtle, so scheint es, genug damit die tun, den Umbau und die Vereinheitlichung der teuer zusammengekauften VARs (wir erinnern uns: Delec, CDC, Gate, ... um nur die wichtigsten zu nennen) voranzutreiben.
Doch Gerhard Marz, der beim Bechtle-Konzern für das "Projekt Schweiz 2020" verantwortlich ist, sagte schon am
Inside Channels Forum diesen Januar, Bechtle wolle in der Schweiz durch weitere Zukäufe wachsen. Mit auf dem Podium sass Markus Oeschger von Steffen Informatik. Die Botschaft ist angekommen. (hc)