Der Umsatz von Swisscom hat sich im ersten Halbjahr um 3% auf rund 7,2 Milliarden Franken reduziert. Der Reingewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,9% auf 668 Millionen Franken. "Die operative und finanzielle Entwicklung der Swisscom Gruppe liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir sind auf Kurs und bestätigen den Ausblick für 2026", erklärt CEO Christoph Aeschlimann in der Mitteilung zu den Halbjahreszahlen. Swisscom erwarte für das Geschäftsjahr 2026 unverändert einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken.
Im Segment Italien reduzierte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,3% auf rund 3,4 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich die Synergien auf 166 Millionen Euro. Fastweb und Vodafone Italia seien somit auf Kurs im Hinblick auf das Erreichen des Synergieziels von über 300 Millionen Euro für 2026.
Neuer CEO für Swisscom Schweiz
Gleichzeitig schliesse Swisscom die Umsetzung der Organisationsstruktur ab, die 2025 im Zuge der Übernahme von Vodafone Italia eingeführt wurde. "In Anlehnung an das bereits für das Italien-Geschäft etablierte Governance-Modell" ernenne Swisscom mit Dirk Wierzbitzki und Rolf Stettler einen dedizierten CEO und CFO für das Schweizer Geschäft. Beide würden ihre Funktionen per 1. Januar 2027 übernehmen. Christoph Aeschlimann werde als Group CEO weiterhin die strategische Führung von Swisscom in ihren beiden Kernmärkten Schweiz und Italien wahrnehmen.
Dirk Wierzbitzki, designierter CEO von Swisscom Schweiz, ist seit 2010 bei Swisscom tätig. Seit 2016 leitet er den Bereich Privatkunden und ist Mitglied des Executive Committee Swisscom Schweiz. Michel Siegenthaler, derzeit Head of Shops & Retail, folgt als Leiter Residential Customers auf Wierzbitzki. Rolf Stettler, derzeit Head of Finance Schweiz, übernimmt als CFO von Swisscom Schweiz die operative finanzielle Führung des Schweizer Geschäfts.
Zu einer Änderung kommt es in der Leitung B2B. "Nach fast zehn Jahren an der Spitze des Geschäftskundenbereichs haben Urs Lehner und Swisscom gemeinsam entschieden, dass der richtige Zeitpunkt für einen Führungswechsel gekommen ist", so die Mitteilung. Thomas Wettstein, Head of Business & IT Solutions und derzeit stellvertretender Leiter B2B, übernimmt per 1. September interimistisch die Leitung des Bereichs und wird Mitglied des Executive Committee Swisscom Schweiz. Die definitive Nachfolgelösung werde zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Bis zu 200 neue Stellen in Lissabon
Der Konzern plant weiter, einen neuen Standort in Lissabon zu eröffnen. Dieser sei eine Ergänzung der bisherigen Standorte Riga und Rotterdam. Der neue Standort soll "ausgewählte Technologie- und Unternehmensdienstleistungen erbringen in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen".
Kritik am geplanten zusätzlichen Nearshoring kommt von der Gewerkschaft Syndicom. Diese Entwicklung sende die falschen Signale. Besonders stossend sei dieser Schritt vor dem Hintergrund, dass Swisscom gleichzeitig sehr gute Geschäftszahlen präsentiere und den Personalbestand in der Schweiz weiter reduziert habe.
"Während hochwertige Funktionen in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen im Ausland aufgebaut werden, werden in der Schweiz Stellen abgebaut. Swisscom stellt damit die Gewinnmaximierung über das öffentliche Interesse und gefährdet die Akzeptanz des Service public", schreibt Syndicom in einer Stellungnahme.
Im vergangenen September hat Konzern-CEO Aeschlimann bereits angekündigt, die Anzahl der Beschäftigten in
Riga und Rotterdam auszubauen. In Lissabon will Swisscom laut Mitteilung im Jahr 2027 mit 40 Mitarbeitenden starten. Mittelfristig soll diese Zahl auf rund 200 Angestellte wachsen.