Die Swisscom will ihre Informatikstandorte im europäischen Ausland weiter ausbauen. In den Niederlassungen in Riga und Rotterdam zusätzliche sollen IT-Stellen geschaffen werden, berichten die Zeitungen von 'CH Media'.
Dem Bericht zufolge gibt es an den Standorten in Lettland und den Niederlanden heute zwischen 600 und 800 Beschäftigte. Künftig sollen es zwischen 1000 und 1400 Mitarbeitende sein. Swisscom plane, gewisse Aufgaben in der IT-Entwicklung von der Schweiz nach Riga und Rotterdam zu verlagern, bestätigte der Konzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Ein Swisscom-Sprecher wollte die Mitarbeitenden-Zahlen nicht kommentieren, da aktuell keine genauen Pläne für den Ausbau vorliegen würden. Wie er betonte, solle das Vorhaben "wo immer möglich" über die natürliche Fluktuation gesteuert werden, also über freiwillige Abgänge und Pensionierungen.
Schweiz bleibt grösster IT-Standort
Wie der Sprecher der Agentur weiter sagte, bleibe die Schweiz für Swisscom der zentrale IT-Standort. Die Anzahl Mitarbeitende an den Entwicklungsstandorten in Lettland und den Niederlanden entspreche "sowohl heute als auch mittelfristig" einem kleinen Bruchteil der Belegschaft von Swisscom Schweiz. Ein Blick in die Jobportale der drei Standorte bestätigt die Aussage: In der Schweiz sind aktuell 92 IT-Positionen vakant, in Riga 12 und in Rotterdam 14.
Die Stellensituation und die Nearshoring-Pläne der Swisscom rufen auch die Politik auf den Plan. Die Tessiner Grünen-Nationalrätin Greta Gysin will in einer Anfrage vom Bundesrat unter anderem wissen, welche Auswirkungen er durch den Stellenaufbau im Ausland auf den einheimischen Arbeitsmarkt erwartet. Ferner will Gysin erfahren, welche Vorgaben der Bund macht, um Swisscom zu einer stärkeren Verankerung in der Schweiz zu verpflichten.