Bundesverwaltungsge­richt: E-Mail-Provider müssen keine Vorrats­daten speichern

26. Oktober 2021 um 15:35
image

Ein Erfolg für Proton: Das Unternehmen hatte letztes Jahr eine Beschwerde gegen den Überwachungs­dienst ÜPF eingereicht.

Wie Proton, Betreiber des E-Mail-Services Protonmail in einem Blogeintrag meldet, hat das Bundesverwaltungsgericht in einer wichtigen Angelegenheit zu seinen Gunsten entschieden. Das Gericht habe geurteilt, dass Anbieter von E-Mail-Services nicht als Fernmeldedienstleister eingestuft werden können. Deshalb muss Protonmail nicht, wie es der Überwachungsdienst des Bundes (ÜPF) verlangt hatte, Metadaten zur Kommunikation seiner Kunden auf Vorrat speichern.
Im Mai dieses Jahres hatte das Bundesgericht in einem ähnlichen Urteil entschieden, dass auch der Schweizer Messenger-Anbieter Threema nicht als Fernmeldedienstleister einzustufen ist.



Proton wertet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts als Erfolg für seine Bemühungen, die Privatsphäre seiner Kunden möglichst gut zu schützen. Gleichzeitig sagt das 2013 gegründete Genfer Unternehmen, das weltweit zu den bekanntesten Anbietern von sicheren Mailservices zählt, dass dies nur ein Zwischenschritt sei. "Wir erwarten, dass es in der Schweiz und auch im Ausland immer wieder Bemühungen geben wird, Tech-Unternehmen dazu zu zwingen, die Privatsphäre ihrer Kunden zu verletzen. Wir werde weiterhin immer wieder versuchen, dagegen vorzugehen, sowohl durch unsere Verschlüsselungstechnologie als auch indem wir vor Gericht gehen."

Loading

Mehr zum Thema

image

SpaceX schafft Rekord-Börsengang

Die Weltraumfirma von Technologie-Unternehmer Elon Musk schafft den bisher grössten Börsengang der Geschichte. Die Geschäftszahlen stehen in starken Kontrast zum Börsenwert.

publiziert am 12.6.2026
image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026
image

Github verschärft npm-Sicherheitsstandards

Künftig werden Installationsskripte sowie bestimmte Abhängigkeiten standardmässig blockiert und nur noch nach expliziter Freigabe ausgeführt.

publiziert am 11.6.2026
image

Statt nach Wettingen zieht Hitachi Energy nach Otelfingen

Der Technologiekonzern baut seinen neuen Schweizer Hauptsitz im Kanton Zürich. Geplant sind 3000 Arbeitsplätze.

publiziert am 11.6.2026