Cloud: Juniper nahm sich sieben Jahre, um 18 RZs zu schliessen

18. Februar 2019 um 14:42
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Der CIO hat auch konkrete Tipps zu bieten.

Der CIO hat auch konkrete Tipps zu bieten.
Ganze sieben Jahre dauerte es, bis Juniper Networks sämtliche Daten und Applikationen in die Cloud gehievt hat, die zuvor in unternehmenseigenen RZs gelagert wurden. Ein langer Weg, so Juniper-CIO Bob Worrall zum 'Wall Street Journal', der sich aber gelohnt habe. Die Fachabteilungen seien nun beispielsweise in der Lage, Cloud-basierte Machine-Learning-Algorithmen und Business-Analytics-Tools sofort zu nutzen, um Berichte zu generieren, die bisher für IT-Teams zeitaufwändig zu erstellen waren.
Die Informatik-Abteilung könne nun rasch auf Veränderungen reagieren und Anwendungen schneller bereitstellen. "Wir haben die Effizienz der IT-Organisation gesteigert und die Gesamtwahrnehmung der IT als reaktionsschnell, innovativ und geschäftsnah deutlich verändert", so Worrall.
Abgeschlossen hat Juniper die Cloud-Migration vergangenen Dezember, als das Unternehmen das letzte seiner 18 Rechenzentren geschlossen hat. Juniper setze auf eine Multi-Cloud-Strategie, wobei 85 Prozent der Juniper-Applikationen bei AWS betrieben werden, wie es weiter heisst.
Im Gespräch mit dem 'CIO Journal' der US-Zeitung gibt der IT-Verantwortliche von Juniper seinen Berufskollegen noch einige Tipps. Wichtig sei, dass ein Projekt dieser Grössenordung von der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat getragen werde. Wenn es sich "nur" um ein IT-Projekt handle, gebe es keinen Anreiz für die Mitarbeitenden der Fachabteilungen, bei der Umstellung zu helfen. Bei Juniper habe man das Thema Cloud zu einer Priorität gemacht und gar Boni daran gebunden.
Die komplexesten, schwierigsten Applikationen sollen zuletzt migriert werden, so ein weiterer Tipp des IT-Chefs. "Wenn Sie versuchen, mit den schwierigen Sachen zuerst fertig zu werden, wird es den meisten Leuten so erscheinen, als würden Sie keine Fortschritte machen", wird er zitiert.
Als Beispiel nennt er Legacy-Anwendungen. Diese habe Juniper während der siebenjährigen Übergangsphase alle in das gleiche RZ migriert, in dem die IT-Teams bis zuletzt arbeiteten. In diesem RZ, das schliesslich im Dezember 2018 geschlossen wurde, seien rund 50 IT- und Engineering-Applikationen betrieben worden. Darunter hätten sich auch Anwendungen befunden, die seit 15 Jahren im Einsatz gewesen seien. "Es dauerte fast ein Jahr, bis die IT-Abteilung herausfand, wofür eine der Apps verwendet wurde und wie sie funktionierte", sagte Worrall. Einige Applikationen seien so schlecht dokumentiert und fehleranfällig gewesen, dass sie schlicht abgeschaltet worden seien.
Weiter mahnt der CIO, die Kosten für Cloud-Ausgaben gut im Blick zu behalten. Juniper habe fünf Leute eingestellt, die einzig dafür zuständig seien, die Cloud-Verträge zu verwalten und die Gebühren und Zusatzgebühren bei jeder Rechnung zu überprüfen. Dies würde es dem Unternehmen auch erlauben, von Promotionen und Rabatten zu profitieren. Wer die Rechnungen nicht genau untersuche, werde viel Geld liegen lassen, glaubt Worrall.
Seit Beginn der Cloud-Migration vor sieben Jahren habe Juniper bereits Millionen von Dollar gespart, insbesondere wegen der Schliessung der Rechenzentren. Das Geld soll nun in die Entwicklung neuer Applikationen, in Big-Data- und Analytics-Know-how sowie in die Security fliessen, so der CIO. (kjo)

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