Computerlinks "dollarisiert" Citrix-Preise

12. April 2013, 10:09
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Seit Jahren beklagen sich Kunden über zu hohe Preise für Software in der Schweiz.

Seit Jahren beklagen sich Kunden über zu hohe Preise für Software in der Schweiz. Importeure und Hersteller würden einen viel zu hohen, hypothetischen Dollarkurs zur Berechnung der Preise in Schweizer Franken verwenden, lautet eine häufig gehörte Kritik.
Zumindest ein Distributor, nämlich Computerlinks, will das Thema nun anpacken. "Wir binden die offiziellen Citrix-Preise in Schweizer Franken enger an den US-Dollar," heisst es in einem Schreiben von Computerlinks an Händler, das uns vorliegt. Man werde künftig die Schweizer Preise zwischen drei und maximal acht Prozent über den Dollar-Preisen festlegen und sie monatlich an den Wechselkurs anpassen, vespricht der Importeur. Ab ersten April berechnet Computerlinks die Preise für die Infrastruktur-Software von Citrix zu einem Dollar-Kurs von 1 : 1.
Für die reellen Preise werde dieser Schritt keinen oder wenig Einfluss haben, wohl aber mehr Transparenz schaffen, so Erich Fehr, der bei Computerlinks das Citrix-Business betreut, zu inside-channels.ch. Denn bisher habe man die Frankenpreise zwar zu einem überhöhten Dollarkurs berechnet, dafür aber mehr Rabatte gewährt. Mit der neuen, realistischeren Preisberechnung passe er sich vielmehr der Realität an. Denn heute würden Kunden die Software-Preise in der Schweiz mit US-Preisen vergleichen, was zu Diskussionen mit Händlern und Distributoren führe. Diese fallen nun weg, hofft Fehr.
Ganz anders sieht man dies beim grössern Citrix-Distributor BCD Sintrag. Die Preise für die Lizenzen von Citrix seien jeweils nur ein kleiner Teil eines Gesamtpakets, sagte André Stutz von BCD zu inside-channels.ch. Zu diesem Paket gehören zum Beispiel auch die Open-Lizenzen von Microsoft, die in jedem Citrix-Projekt ebenfalls nötig sind und oft sei auch noch Speicher-Infrastruktur involviert. Für den Kunden mache der Preis für die Software von Citrix nur ein geringer Teil an den Projektkosten aus. Und Händler würden die Preise für die Citrix-Lizenzen in Projekten nicht separat ausweisen. BCD Sintrag äussere sich deshalb nicht zur Berechnung der Preise in Schweizer Franken für Citrix-Software, so Stutz.
Das Thema Dollarkurs sorgt immer wieder für viel Aufregung. So tobte 2006 ein heftiger Streit um den Dollar-Frankenkurs zwischen der behördlichen Einkaufsorganisation SIK (Schweizerischen Informatikkonferenz) und Microsoft, bei dem sogar der Bundesrat eingreifen musste. (Christoph Hugenschmidt)

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