Credit Suisse lagert Beschaffung an Chain IQ aus

11. Januar 2022, 16:12
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Chain IQ wird Beschaffungsbereiche der Grossbank per April 2022 übernehmen. Teile des CS-Personals wechseln somit den Arbeitgeber.

Bereits seit Herbst 2021 gab es Gerüchte, dass die Credit Suisse zukünftig mit dem Beschaffungs-Outsourcer Chain IQ zusammenarbeiten will. Nun ist diese Auslagerung vollzogen, wie zuerst 'Reuters' unter Berufung auf ein internes Memo berichtete.
"Um die Beschaffungsfunktion noch besser in die Lage zu versetzen, ihren wichtigen Auftrag zu erfüllen, hat die Credit Suisse mit Chain IQ, einem auf diese Dienstleistungen spezialisierten Anbieter, einen Vertrag geschlossen, um künftig sowohl strategische als auch taktische Beschaffungsdienstleistungen weltweit für die Bank zu zentralisieren und zu erbringen", heisst es im Memo des Einkaufsleiters der Bank, Daniel Helmig, das auch inside-it.ch vorliegt.
Die Vereinbarung trete am 1. April 2022 in Kraft und "soll in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle Vorteile bringen". Chain IQ sei "nach einem strengen und detaillierten Markttest mit mehreren Anbietern im Laufe des letzten Jahres" ausgewählt worden.

UBS arbeitet schon seit 2013 mit Chain IQ

Die Grossbank UBS hatte bereits 2013 ihr Beschaffungswesen an den damals eigens zu diesem Zweck gegründeten Outsourcer Chain IQ ausgelagert. Auch die CS arbeitete seit 2017 bei manchen Beschaffungen mit dem Unternehmen zusammen.
Leadinvestor und Gründer von Chain IQ ist Claudio Cisullo. Das Unternehmen besitzt neben dem Hauptsitz in Zürich Niederlassungen in New York, London, Singapur, Mumbai und Bukarest. Zu den weiteren Grosskunden gehören Thomson Reuters, BNP Paribas, die Basler Versicherung oder die Schweizer Warenhauskette Manor.

Hälfte des CS-Beschaffungspersonals soll wechseln

Die Auslagerung hat nun auch Folgen für CS-Mitarbeitende. Es sei vorgesehen, "dass etwa die Hälfte unserer Beschaffungsmitarbeiter zu Chain IQ wechselt, was in einigen Regionen als automatischer Übergang gemäss den gesetzlichen Verfahren erfolgen wird", heisst es im Memo. In anderen Regionen würden den Mitarbeitenden gleichwertige Aufgaben bei Chain IQ angeboten oder sie könnten alternativ nach einer internen Neuorientierung innerhalb der Credit Suisse suchen.
Laut früheren Meldungen dürfte es sich um rund 120 Angestellte der insgesamt 250 Mitarbeitenden im CS-Beschaffungswesen handeln. Die CS-Medienstelle schreibt dazu auf unsere Anfrage: "Zu der Anzahl an Mitarbeitenden, die wechseln würden, äussern wir uns nicht. Aber es handelt sich in der Tat nicht um einen Stellenabbau."

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