Wer aktuell auf die internationalen Websites von Compugroup Medical (CGM) geht, wird mit einem Popup-Fenster "Technische Störung — Update" empfangen. Dort teilte das deutsche Unternehmen am 20. Dezember mit: "Wir sind Ziel eines so genannten Ransomware-Angriffs geworden und haben sofort mit Gegenmassnahmen reagiert."
CGM mit Hauptsitz in Koblenz ist auf Software für Ärzte, Apotheken, Spitäler und Labors spezialisiert, die nach eigenen Angaben weltweit von über 1,5 Millionen Usern in 56 Ländern genutzt wird. Für 2021 erwartet der E-Health-Anbieter einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. In der Schweiz hat CGM eine Niederlassung in Bern mit rund 40 Mitarbeitenden.
Der Angriff habe die Verfügbarkeit einiger der internen Systeme wie E-Mail und Telefondienste beeinträchtigt, teilte das Unternehmen weiter mit. "Dadurch ist die Verfügbarkeit unserer Dienste und Hotlines zurzeit reduziert, während wir unsere Systeme schrittweise wiederherstellen."
Die überwiegende Mehrheit der Kundensysteme sei in Betrieb und werde als sicher eingeschätzt. "Derzeit haben wir keine Anzeichen dafür, dass der Angriff Auswirkungen auf Kundensysteme oder Kundendaten hat." Die Sicherheit der Kundendaten habe "oberste Priorität, daher haben wir wichtige Teile unserer Dienste isoliert".
Laut
'Heise' informierten Anbieter von Praxisverwaltungssystemen, die zu CGM gehören, per Fax Arztpraxen, dass sich die üblichen Updates zum Quartalsende verzögern können.
Wer hinter dem Angriff steckt und ob eine Lösegeldforderung eingegangen ist, gab CGM nicht bekannt. Man arbeite mit den zuständigen Behörden zusammen und werde über neue Entwicklungen informieren.