Die Simap-Erneuerung nimmt den nächsten Schritt

12. Juli 2021 um 10:37
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Nach Projekt­verzögerungen sind nun die Realisierung sowie Hosting und Support der neuen elektronischen Beschaffungsplattform vergeben worden.

Nach dem Fehlschlag des für 2019 anvisierten Relaunch-Projekts der Beschaffungsplattform Simap, geht der Anfang 2020 gestartete neue Versuch nun in die Realisierungsphase. So hat sich für das künftige "KISSimap.ch" die Berner Agentur Unic nun das Los 1 zur Realisierung der Plattform gegen 6 Konkurrenten für rund 2,8 Millionen Franken gesichert.
Ebenfalls vergeben wurden als Los 2 das Hosting und der Support der Plattform. Diesen Auftrag konnte sich die ebenfalls in Bern ansässige Firma Begasoft gegen 4 Konkurrenten für knapp 3,3 Millionen Franken sichern.
Wie schon zur Ausschreibung der beiden Lose ausgeführt wurde, soll bis spätestens 2023 das neue Simap zur Verfügung stehen, da die aktuelle Version nur noch bis Ende 2023 gewartet wird. Die Einhaltung des Terminplans sei von grösster Bedeutung, da ein Parallelbetrieb mindestens 6 Monate gewährleistet sein müsse, wurde damals bereits betont. Zudem wurden 6,9 Millionen Franken als Budgetrahmen für das gesamte Projekt genannt.
Laut der Ausschreibung von Los 1 hat Unic die Software bis Ende 2022 nach Scrum Guide zu entwickeln. Als Auftragsbeginn ist der 30. Juli 2021 genannt. Zentrales Ziel der neuen Plattform sei, sie aus Benutzersicht so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten, hat der Verein simap.ch vorgegeben, der die Plattform seit 2009 betreibt.
Im nun vergebenen Los 2 sind bis 2033 der Betrieb rund um die Uhr und 2nd-Level-Support sicherzustellen. In den Ausschreibungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass besondere Anforderungen an die Vertraulichkeit gestellt würden und eine sehr gute Verfügbarkeit garantiert werden müsse. Die RZs, in denen die Daten verarbeitet werden, müssen in der Schweiz stehen, die Ausfallzeit pro Jahr darf 44 Stunden nicht überschreiten.
Der Verein simap.ch, in dessen Vorstand neben dem Seco und mehreren Kantonsvertretern auch das BBL, beziehungsweise die Beschaffungskonferenz des Bundes (BKB) vertreten ist, will diesmal offenbar alles richtig machen. Neben der Vergabe der Projektleitung an einen externen Spezialisten wurde auch die Realisierung in vier Schritte unterteilt. Im ersten Schritt, der Anfang 2023 abgeschlossen sein soll, möchte man die jetzige Plattform ablösen, um danach bis 2026 in weiteren Etappen Usability und Funktionsumfang zu verbessern.
Wie den Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen ist, besuchen monatlich 430'000 Besucher die Plattform, auf der fast 58'000 Anbieter registriert sind. Und es "ist damit zu rechnen, dass die Nutzungszahlen in Zukunft erheblich steigen werden", prognostiziert der Verein.

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