"Gestalten, steuern und verantworten Sie mit uns die Zukunft von Cyber!", wirbt das Schweizer Verteidigungsdepartement in einem Stelleninserat. Darin sucht das Generalsekretariat des VBS jemanden, der den Bereich Cyber fachlich, personell und organisatorisch führen wird.
Erst
im Herbst 2019 hatte das VBS den ersten "Cyber-Chef" ernannt, um die aus der Taufe gehobene Cyber-Abteilung zu leiten, wie es in den Medien hiess. Der ehemalige Walliser Standortförderer Roger Michlig trat die Stelle 2020 schliesslich an. Ist er schon wieder weg? Auf Anfrage von
inside-it.ch erklärt Michlig, dass man keinen Ersatz für ihn suche, sondern einen Chef für den Cyberbereich. Kurz: Chef Cyber VBS.
Dieser hiess früher "Delegierter Cyberdefence VBS" und wurde nun neu getauft. Michligs Abteilung umfasst neben dem Cyber-Bereich auch Security sowie Informatik und Digitalisierung. Der "Chef Digitalisierung & Cybersicherheit VBS", wie Roger Michligs korrekte Bezeichnung lautet, wird weiterhin die Gesamtleitung innehaben.
Der neue Chef Cyber ersetzt hingegen Gérald Vernez, der über zwei Jahrzehnte bei der Armee war und zuletzt sieben Jahre im Bereich Cyber gedient hatte. Er hat die Stiftung Digivolution gegründet, der er sich laut Michlig nun widmet. Diese will nach Stiftungszweck den digitalen Raum zum Nutzen von politischen, wirtschaftlichen und akademischen Entscheidungsträgern beobachten. Mit von der Partie ist auch Adolf Dörig, Präsident des
Cyber-Defence-Beirates des VBS.
Vernez war an der Ausarbeitung der "Strategie Cyber VBS" beteiligt,
die die Cyberverteidigung des VBS bis 2024 bestimmen soll. Sein Ersatz wird nun für deren weitere Entwicklung, Steuerung und Umsetzung zuständig sein, wie es in der Stellenausschreibung heisst. Er soll dabei direkt an Michlig rapportieren. Der neue Leiter wird die Entwicklungen im Cyber-Umfeld beobachten und analysieren müssen, um dem Verteidigungsdepartement Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Zudem vertritt er das VBS in Cyber-Belangen auf der nationalen und internationalen Bühne.
Für die Gesamtleitung der Abteilung hatte das VBS kein Know-how in Sachen IT- oder Cyber-Security verlangt. Der neue Leiter des Bereichs Cyber soll hingegen einen Uniabschluss mit Weiterbildung im Bereich Cyber mitbringen. Und er soll neben Führungs- und Planungserfahrung auch über Wissen in Sachen Cyber, Cyberdefence sowie Ereignisbewältigung verfügen.