Das wollen Schweizer CIOs: Virtualisierung, SaaS und Managed Services

28. August 2007 um 09:40
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Erstaunlich häufige Totalausfälle der Informatik. Anhaltender Trend zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen Dritter.

Erstaunlich häufige Totalausfälle der Informatik. Anhaltender Trend zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen Dritter.
Im Auftrag des Kommunikations- und IT-Dienstleisters Colt führte die britische Marktforschungsfirma Coleman Parkes eine europaweite Umfrage unter 410 Informatik-Verantwortlichen von Firmen mit über 500 Mitarbeitenden durch. In der Schweiz wurden über 30 CIOs vorwiegend aus der Finanzindustrie, von Medienfirmen, Behörden und Dienstleistern befragt. Die Umfrage erfolgte in strukturierten Telefongesprächen - die Resultate sind interessant, denn sie zeigen auf, womit sich heute viele ICT-Leiter beschäftigen.
Erstaunlich der Trend hin zu "Software-as-a-Service": 73 Prozent der Schweizer CIOs erwarten, dass die Nachfrage nach über Internet gelieferter Software als Dienstleistung (SaaS oder "Software-as-a-Service" wie das Schlagwort heisst) "stark" oder "ein bisschen" ("marginally") zunehmen wird. SaaS ist definitiv kein reiner Marketing-Slogan der Anbieter mehr.
Erstaunlich auch, dass die grosse Mehrheit (83 %) ERP-Applikationen für am meisten geeignet für SaaS-Konzepte halten. Doch es gibt auch Bedenken gegenüber der Auslagerung von Applikationen oder den Bezug von standardisierten Online-Programmen wie Salesforce.com. Am stärksten wiegen die Befürchtungen bezüglich der Sicherheit der Daten (Gewichtung: 3,8 von 5). Ebenfalls hoch bewertet wird die Angst, die Kontrolle über die Weiterentwicklung der Anwendungen und ihren Betrieb zu verlieren (3,5) oder dass die Apps nicht zuverlässig zur Verfügung stehten (3,4), die Kosten aus dem Ruder laufen oder man sich von einem einzigen Anbieter abhängig macht (je 3,3).
Alle wollen virtualisieren - oder tun es schon
Noch stärker ist der Trend hin zu Virtualisierung - dem Teilen von Rechen- und Speicherressourcen für verschiedene Anwendungen und Betriebssysteme. 53 % der befragten IT-Abteilungen virtualisieren bereits Speicherressourcen, 73 Prozent sogar Server. Alle (90 %) erwarten ein starkes (60 %) oder bescheidenes (30 %) Wachstum der Virtualisierung. Hier die Rangliste der Motive, die IT-Abteilungen zu Virtualisierung drängen: Effizientere Benützung der Systeme, Kostenreduktion, geringere Ausfallrisiken, reduzierter Platzbedarf und schnelleres Ausrollen von neuen Technologien sowie reduzierter Energiebedarf.
Auffallend auch, dass Schweizer Informatik-Verantwortliche weniger Angst vor Virtualisierung haben als ihre europäischen Kollegen. Ob das daran liegt, dass man in der Schweiz mehr Erfahrung damit hat?
So sagen 54 Prozent der europäischen CIOs, sie hätten Performance-Probleme bei der Umsetzung von virtualisierten Umgebungen angetroffen. Nur 43 % der Schweizer trafen solche Probleme an. Und die Schweizer scheinen ihr IT-Inventar besser in Griff zu haben. 38 Prozent der CIOs hatten Probleme, überhaupt nur schon zu erfassen, welche Systeme sie betreiben. Dies traf nur auf 17 Prozent der Schweizer Informatikchefs zu. Oder sind die Schweizer einfach weniger ehrlich?
Managed Services: Am liebsten in Kombinationen
Knapp die Hälfte (43 %) der Befragten betreiben ihr Rechenzentrum komplett in-house. Gut die Hälfte (53 %) betreiben sie teilweise selbst und nur eine winzige Minderheit (einer der Befragten) hat den Betrieb des RZ vollständig ausgelagert.
Der Trend zur Auslagerung des Betriebs der Rechenzentren ist klar. Nur ein Drittel der befragten Schweizer CIOs will langfristige keine externen Dienste für den Betrieb der RZs in Anspruch nehmen. Outsourcer, Hoster und Houser stehen offenbar vor goldenen Zeiten.
Totalausfälle nicht selten
Interessant auch die Antworten auf die Frage, wie oft es in den vergangen zwei Jahren zu Ausfällen des Informatik-Betriebs gekommen sei. Knapp die Hälfte (47 %) der Schweizer Betriebe mussten keine Ausfälle hinnehmen. 13 % immerhin einen, 20 % deren zwei und immerhin ebenfalls 20 % drei bis fünf. Mehr als die Häflte (57 %) der von Ausfällen betroffenen IT-Abteilungen konnten den Betrieb innerhalb von vier Stunden wieder hochfahren. Immerhin noch sieben Prozent brauchten dafür aber mehr als zwei Tage. Immerhin 23 Prozent der befragten Schweizer CIOs hatten keine ausgearbeiteten Notfall-Szenarien ("Desaster Recovery Plan"). Und die Hälfte aller IT-Abteilungen würde im Falle einer Katastrophe in grössere Probleme ("major challenges") rennen.
Backup-Rechenzentren werden also für RZ-Dienstleister wie Colt, IBM oder Interxion ein heisses Marketing-Argument bleiben. (Christoph Hugenschmidt)

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