Datenschützer lassen Skype, Zoom und Teams durchfallen

7. Juli 2020 um 14:08
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Der Berliner Datenschutz hat sich Video­konferenz-Systeme angeschaut. Er verpasst allen führenden Lösungen die schlechteste Bewertung.

Im Mai hatte der Berliner Datenschutz festgehalten, dass Microsoft, Skype und Zoom den Anforderungen der Behörde nicht genügen würden. Nun hat das Team von Maja Smoltczyk, Beauftragte für Datenschutz in der deutschen Hauptstadt, nochmals die Anbieter für Videokonferenzsysteme unter die Lupe genommen. Das Fazit der Kurzprüfung: Ausnahmslos alle führenden Systeme fallen durch.
Microsoft Teams, Skype, Zoom, Google Meet, GoToMeeting, Blizz und Cisco Webex haben rote Ampel verpasst bekommen. Das ist ein vernichtendes Urteil. In einer Erklärung zum Bericht ist zu lesen: "Bei rot markierten Anbietern liegen Mängel vor, die eine rechtskonforme Nutzung des Dienstes ausschliessen und deren Beseitigung vermutlich wesentliche Anpassungen der Geschäftsabläufe und/oder der Technik erfordern." Untersucht wurden die Dokumente für die Auftragsverarbeitung, nicht aber die technischen Aspekte.
Grünes Licht gibt es hingegen nur für eine Bezahlvariante der Open-Source-Lösung Jitsi sowie Tixeo Cloud, BigBlueButton und Wire. Diese Anbieter, die in der rechtlichen Beurteilung eine grüne Ampel erhalten haben, wurden auch technisch kurz untersucht. Hier gab es für alle eine gelbe Ampel.
Der Berliner Datenschutz hält derweil fest, dass keine umfassende Prüfung der Dienste durchgeführt worden ist. "Mit unserer Kurzprüfung wollen wir eine Hilfestellung bieten. Ich begrüsse es, dass erste Anbieter bereits von sich aus auf uns zugekommen sind, damit wir ihren Dienst in unsere Prüfungen einbeziehen", wird Smoltczyk zitiert.
Als vorübergehende Lösung empfiehlt der Berliner Datenschutz, auf Telefonkonferenzen auszuweichen. Diese könnten sehr viel leichter datenschutzgerecht durchgeführt werden. "Sind Videokonferenzen nötig, ist es am besten, einen eigenen Dienst mit im Quelltext öffentlich verfügbarer Software bereitzustellen", heisst es weiter. Wer auf kommerzielle Software setze, solle sicherstellen, dass die Verarbeitung der Daten Datenschutzkonform erfolge.
Die Resultate der Prüfung sowie Checklisten für die Nutzung von Videokonferenz-Diensten finden sich auf der Website des Berliner Datenschutzes.

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