Dell streitet um verlorenen Westschweizer Grossauftrag

7. Juni 2007, 09:25
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Unfaires "PAIR"?

Unfaires "PAIR"?
Dell hat, wie der Tages-Anzeiger' heute Morgen berichtet, beim Verwaltungsgericht des Kantons Genf eine Klage gegen eine Entscheidung des "Partenariat des Achats Informatiques Romands" (PAIR) eingereicht.
Das Pair ist eine Einkaufsgemeinschaft, dem die Kantone Genf, Waadt, Jura und Wallis, die Städte Lausanne, Genf und Nyon sowie Spitäler und andere Öffentliche Körperschaften der Westschweiz angeschlossen sind. Sie bestimmt in gewissen Abständen eine beschränkte Zahl von IT-Herstellern, die für eine gewisse Zeit als bevorzugte Lieferanten zu den in einem Rahmenvertrag festgelegten Bedingungen den Mitgliedern Desktop-PCs, Laptops, Bildschirme und Drucker liefern dürfen. Die bevorzugten Lieferanten - jeweils zwei pro Produktekategorie - werden im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung erkürt.
Dell moniert nun gemäss 'Tages-Anzeiger', dass bei der letzten Vergabe nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Der Zuschlag sei nicht genügend begründet gewesen und ausserdem habe das PAIR Dell das rechtliche Gehör verweigert.
In den letzten zwei Jahren war Dell zusammen mit Fujitsu Siemens der bevorzugte Lieferant für PCs und Notebooks und kam zusammen mit HP auch bei den Bildschirmen zum Zuge. Im Zuschlag der Einkaufsgenossenschft vom 4. April wurde nun aber statt Dell sowohl bei Desktops als auch bei Notebooks der Erzkonkurrent HP gewählt. Bei den Bildschirmen wurde die Entscheidung verschoben.
Eine Lieferantenänderung gab es übrigens auch bei den Druckern: hier erhielt neben HP neu Lanier statt OKI den Zuschlag.
Insgesamt geht es um ein beachtliches potentielles Auftragsvolumen. Der neu ausgeschriebene Lieferantenvertrag soll für 18 Monate gelten. Bei den Desktop PCs wird in der Ausschreibung ein geschätztes Beschaffungsvolumen von 16 Millionen Franken angegeben, bei Laptops 4 Millionen Franken, bei den Bildschirmen 5 Millionen und bei den Printern 2 Millionen Franken.
Auch falls die Klage nicht durchkommt, könnte Dell allein von ihrer Einreichung profitieren: "Solange das Verfahren noch läuft, sind die alten Verträge noch gültig mit ehemaligen Lieferanten wie Dell", erklärte der Country Manager von Dell Schweiz, Jean-Jacques Suter gegenüber dem 'Tages-Anzeiger'. "Die Mitglieder von Pair können weiterhin bei diesen bestellen." (Hans Jörg Maron)

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