Die EU soll viel mehr in KI investieren

4. Juni 2021, 08:39
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KI wird der EU-Kommission zufolge eine zentrale Rolle für den Erfolg von Europa haben. Bei der Finanzierung hinke man den USA und China hinterher.

In der EU wird zu wenig in Blockchain und KI investiert. Zu diesem Schluss kommen die European Investment Bank (EIB) und die Europäische Kommission in einem Bericht. Bei Blockchain und KI handle sich um zwei der bedeutendsten disruptiven Technologien, die grosse Auswirkungen haben werden.
Nur 7% der weltweiten Investitionen in KI und Blockchain würden auf die EU entfallen, so das Papier, während die USA und China zusammen auf 80% kommen.
Die EIB und die Europäische Kommission empfehlen, die geschätzte Investitionslücke von 10 Milliarden Euro zu schliessen. Denn KI und Blockchain werden "wahrscheinlich eine zentrale Rolle für den Erfolg von Europa haben", schreiben die Autoren.
Zum einen gehe es darum, die digitale Souveränität zu fördern und zu sichern. "Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Entwicklung dieser Technologien zielgerichtet ist und unsere europäischen Werte respektiert", sagt EIB-Vizepräsidentin Teresa Czerwińska in der Mitteilung.
Ausserdem könne es aufgrund fehlender Investitionen dazu kommen, dass Regionen, die im KI-Wettlauf hinterherhinken, einen Rückgang ihrer globalen Marktanteile in verschiedenen Branchen erleben – vom Finanzwesen und E-Commerce bis hin zur Fertigung und dem Bergbau. Weiter werde erwartet, so der Bericht, dass KI einen signifikanten Einfluss darauf haben werde, wie schnell die Ziele für nachhaltige Entwicklung erreicht werden können.
Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) für KI seien zudem für die Sicherheit und Verteidigung von Bedeutung. Zu geringe finanzielle Mittel könnten die nationale Sicherheit Europas untergraben, heisst es weiter.
Die Studie identifiziert drei Hauptbereiche, die die EU in ihrer KI- und Blockchain-Landschaft angehen sollte: Entwicklung, Markteinführung und die Schaffung von Ökosystemen.
Die Entwicklung schliesst auch das Unternehmertum mit ein. Der Mangel an Finanzmittel hemme die Gründung und Skalierung von Unternehmen, so die Autoren. Eine weitere Herausforderung betrifft die Einführung der Technologie in den Markt. Und um die Skalierung weiter voranzutreiben, müssten die europäischen Innovationszentren besser vernetzt werden. 
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Die geschätzten Investitionen von KMU in die Bereiche KI und Blockchain 2010–2019. Quelle: EIB
Die Regierungen und Unternehmen der EU würden im Vergleich mit anderen Regionen weniger in KI und Blockchain investieren. Positiv hervorzuheben sei allerdings, dass die EU in diesen beiden Bereichen führend in der Forschung sei und über einen grossen Pool an Talenten verfüge, so der Bericht. Aber, es falle der EU offenbar schwerer, dieses wissenschaftliche Know-how in Unternehmertum und konkrete Business-Anwendungen zu übertragen.
Die vollständige Studie "Artificial intelligence, blockchain and the future of Europe" ist online verfügbar. Sie bietet unter anderem Einblicke in die bestehenden Finanzierungsprogramme der EU im Technologie-Bereich und zeigt auf, wo es bei Finanzierungen zu Flaschenhälsen kommt. 

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