Die Post kauft den Filehoster Tresorit

8. Juli 2021, 15:06
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Das Jungunternehmen verspricht einen End-to-End verschlüsselten Service zum Speichern und Teilen von Daten und soll das digitale Angebot der Post ergänzen.

Die Post hat die Mehrheit des Filesharing-Unternehmens Tresorit übernommen. Damit soll das digitale Angebot der Post ausgebaut werden, heisst es in einer Mitteilung. 
Das 2011 gegründete Unternehmen Tresorit bietet eine Lösung zum Verwalten, Speichern, Synchronisieren und Teilen von Dateien für Privatpersonen und Unternehmen in der Cloud. Eigenen Angaben zufolge zählt es 10'000 Unternehmenskunden weltweit.
Über den Kaufpreis und die Übernahmedetails sei Stillschweigen vereinbart worden, schreibt die Post. 2018 gab Tresorit eine Series-B-Finanzierungsrunde über 11,5 Millionen Euro bekannt.

"Das Briefgeheimnis ins digitale Zeitalter bringen"

Der Service sei End-to-End-verschlüsselt, so die Mitteilung, und setze auf Zero-Knowledge-Technologie. "Der vertrauliche und sichere Transport von sensiblen, schützenswerten Daten von A nach B gehört zur DNA der Post. Was wir mit dem Briefgeheimnis seit 170 Jahren erfolgreich beweisen, wollen wir ins digitale Zeitalter bringen", sagt Nicole Burth, Mitglied der Konzernleitung und Leiterin des Bereichs Kommunikations-Services. Mit der Übernahme baue die Post die ihre Kompetenzen in der digitalen Datensicherheit und digitalen Privatsphäre strategisch aus, fügt Burth an.
Tresorit wurde von ungarischen Entwicklern gegründet. Der Holding-Standort befindet sich in Luxemburg und weitere Niederlassungen in Zürich, München und Budapest. Für die rund 120 Mitarbeitenden solle sich durch die Übernahme nichts ändern. Tresorit werde als Tochtergesellschaft der Post geführt und agiere als eigenständiges Unternehmen. "Wir sind überzeugt, dass diese Zusammenarbeit beide Unternehmen stärkt und neue Möglichkeiten für uns und unsere Kunden eröffnet", ergänzt István Lám, Gründer und CEO von Tresorit.
Seit längerem ist die Post daran, ihre digitalen Services auszubauen. Dies geschehe einerseits durch den Ausbau eigener bestehender Lösungen, andererseits durch den punktuellen Zukauf etablierter Unternehmen, heisst es in der aktuellen Mitteilung. Vergangenes Jahr hat die Post die Mehrheit des Schweizer KMU-Softwareanbieters Klara übernommen.

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