Die Schweiz hat (mindestens) neun Unicorn-Anwärter

22. Februar 2019, 15:30
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"Tech Tour" beurteilt jedes Jahr rund 300 schnell wachsende Tech-Startups aus Europa nach ihrem Potential.

"Tech Tour" beurteilt jedes Jahr rund 300 schnell wachsende Tech-Startups aus Europa nach ihrem Potential. Das Unternehmer- und Investoren-Netzwerk mit Sitz in Genf und Brüssel listet jene 50 "Super Scale Ups", die am ehesten zu Unicorns werden, also den Marktwert von einer Milliarde Dollar übersteigen könnten.
Die Liste hat etwas den Charakter einer selbsterfüllenden Prophezeiung, denn die Jury stammt aus 22 Investmentfonds, wie etwa Swisscom Ventures aber auch Summit Partners Limited (verwaltetes Kapital über 20 Milliarden Dollar) oder Highland Capital Partners (drei Milliarden Dollar). Ausserdem wirbt Tech Tour damit, dass jährlich 2000 High-Tech-Firmen und 750 Investoren an ihre Anlässe strömen – und an einem könnten sich die 50 gelisteten Firmen präsentieren.
Die Schweiz schneidet im diesjährigen Ranking ausgezeichnet ab und steuert mehr als doppelt so viele Unicorn-Anwärter wie letztes Jahr bei. Gleich hinter Deutschland mit 13 der vielversprechenden Unternehmen findet sich die Schweiz mit neun "Super Scale Ups":
Acronis ist ein Hersteller von Backup- und Restore-Software mit russischen Wurzeln und der Hauptniederlassung in Schaffhausen.
Ava wurde in Zürich gegründet und hat ein Armband entwickelt, das es Frauen ermöglichen soll, ihre fruchtbaren Tage zu erkennen.
Das Freiburger Startup Beqom bietet eine Cloud-basierte Management-Software.
Chrononext ist Entwickler einer E-Commerce-Plattform für Luxus-Uhren, ihren Sitz hat die deutsche Firma in Zug.
Coople bietet eine "just-in-time Plattform für flexible Jobs", also eine Onlineplattform für Personalverleih, und gibt als Sitz Zürich an.
Der Lausanner Drohnen-Hersteller Flyability entwickelt seine Fluggeräte für Businesskunden.
Das ebenfalls aus Lausanne stammende Startup Nexthink hat eine Lösung für die Virtualisierung und Analyse von IT-Infrastruktur auf dem Markt.
Scandit aus Zürich bietet eine Scanlösung, die die Inventarerfassung vereinfachen soll.
Das Lausanner Unternehmen Sophia Genetics schliesslich ist auf Analyse-Tools für genetische Patientendaten spezialisiert.
Die Firmen, welche auf die Liste wollen, müssen über 10 Millionen Euro Umsatz, über 20 Millionen Euro an Funding-Geldern und über 100 Millionen Euro Marktwert erzielt haben. In den letzten drei Jahren müssen sie zudem über 50 Prozent gewachsen sein, oder falls sie unter 30 Millionen Euro Umsatz machten über 80 Prozent. Wer bloss eines der Kriterien nicht erfüllt, kann es trotzdem auf die Liste schaffen. Eine Jury beurteilt ihre Leistung, den Impact (etwa disruptives Potential), das momentane Potential (etwa Partnerschaften) sowie das Management.
Aus den 50 Firmen, die es dieses Jahr auf die Liste schafften, werden im März am Genfer See zwei Award-Träger ermittelt. Letztes Jahr gewann die KI-Firma Darktrace den Wachstumspreis, das Funds-Transaktions-Netzwerk Calastone den Innovations-Award und Beqom schliesslich den Special Jury Price. (ts)

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