EPD-Ausstieg belastet Digitalbereich der Post

20. August 2026 um 12:01
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Foto: zVg

Minus 40 Millionen Franken betrug im ersten Halbjahr das Betriebsergebnis der Digital Services der Post.

Bei den Digital Services (DS) der Schweizerischen Post belasteten die Neuausrichtung von Digital Health und der Ausstieg aus dem elektronischen Patientendossier die Bilanz. Das Betriebsergebnis des Bereichs belief sich im ersten Halbjahr auf minus 40 Millionen Franken. "Die Neuausrichtung von Digital Health und der damit verbundene Ausstieg aus dem elektronischen Patientendossier führten zu Wertberichtigungen und Rückstellungen", heisst es im Halbjahresbericht. Im Juni hatte die Post die Einstellung ihrer EPD-Plattform auf Ende 2026 angekündigt.
Bereinigt um die EPD-bedingten Sondereffekte verbesserte sich das Betriebsergebnis von DS gegenüber dem Vorjahr um 8 Millionen Franken. Der Betriebsertrag belief sich auf 145 Millionen Franken – eine Million Franken über dem Vorjahresniveau.
Die "positive Entwicklung" im DS-Bereich sei auf höhere Betriebserträge sowie auf eine gezielte Margenverbesserung bei den Cybersecurity- und Identity-Services sowie bei den Kommunikations- und Engagementplattformen zurückzuführen, schreibt die Post. Einschliesslich der Auswirkungen aus Digital Health lag das Betriebsergebnis jedoch 11 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert.

Steigende Nutzung der ePost

"Digital Services entwickelte sich im ersten Halbjahr 2026 dynamisch weiter und gewann im digitalen Kommunikationsbedarf deutlich an Relevanz", so der Konzern. Das Angebot werde "rege" genutzt: Rund 630'000 Nutzerinnen und Nutzer verwendeten ePost-Dienstleistungen. Im Vorjahr waren es rund 169'000.
Insgesamt meldete die Post positive Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 ist ein Betriebsergebnis (Ebit) von 173 Millionen Franken erzielt worden. Das Ergebnis bewege sich damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Der Betriebsertrag betrug rund 3,6 Milliarden Franken, der Gewinn 139 Millionen Franken.

Gewinn und gleichzeitiger Stellenabbau

Kritik an den Zahlen kommt von der Gewerkschaft Syndicom. Trotz stabiler Gewinne und positiver Geschäftsentwicklung würden weiterhin Stellen gestrichen, ausgelagert oder ganze Geschäftsbereiche geschlossen. "In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Restrukturierungen und Abbauprogramme angekündigt, unter anderem bei der Informatik, Postfinance, Postnetz, Digital Health, IMS sowie weiteren Konzerneinheiten", schreibt die Gewerkschaft in einer Stellungnahme.
Der EPD-Ausstieg führt zu einem Abbau von 37 Vollzeitstellen. Die Post hat auch ihren im Juni angekündigten Abbau in der IT konkretisiert. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens rechnet das Unternehmen mit maximal 40 Stellenverlusten und 20 arbeitsvertraglichen Änderungen

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