Die Schweizer Post erklärt erstmals ihre Zukäufe

13. Januar 2022 um 14:27
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Die Post hat einen Teil ihrer neuen Fokusstrategie präsentiert. Der Konzern hat aufgezeigt, wie die Zukäufe von Software­unternehmen zukünftig helfen sollen.

Die Post hat in einem Mediengespräch aufgezeigt, wie die getätigten Zukäufe in der Schweizer IT-Branche zur Entwicklung des Unternehmens beitragen sollen. Mit seiner "Fokusstrategie" genannten Einkaufsoffensive will der Gelbe Riese zukünftig selbsttragend werden und hat deshalb einer kleinen Gruppe Medienschaffender sein Software-Ökosystem für Private, das Gesundheitswesen, KMU und Behörden vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger sollen darüber zukünftig ihre administrativen Pendenzen erledigen und verschlüsselte Korrespondenz führen können. Damit will die Post auch auf Personen abzielen, die noch Berührungsängste mit der digitalen Welt haben.
Die Post sieht sich dabei auch im digitalen Raum als vertrauenswürdigen Hüter des Postgeheimnisses. Eine Funktion, die laut eigenen Angaben einem staatlichen Akteur vorbehalten sei. Das mittelfristige Ziel des Vorhabens sei es, mit dem Bereich Geld zu verdienen, um die Grundversorgung und somit den Service-Public-Auftrag des Bundesrates auch weiterhin erfüllen zu können. Bis wann die Post dieses Ziel erreicht haben will, wollte Nicole Burth, Leiterin des Kommunikations-Services, allerdings nicht sagen.

Die grosse Einkaufstour

In letzter Zeit hat die Post diverse Schweizer IT-Unternehmen aufgekauft. Darunter Klara, Tresorit, Swisssign und zuletzt Dialog. Im Zuge der Präsentation wurde nun zum ersten Mal ersichtlich, wie diese Einkäufe strategisch eingesetzt werden sollen. Auf einer Plattform unter dem Dach der Post soll zukünftig die Assistenzsoftware von Klara für KMU und die Verwaltungssoftware von Dialog für Gemeinden angeboten werden. 
Im Gesundheitsbereich hat sich die Post neben Eigenentwicklungen auch noch zusätzlich Software bei Siemens eingekauft. So soll ein gesamtschweizerisches offenes Ökosystem für Alltagsgeschäfte entstehen. Zudem seien mit Tresorit Spezialisten für die sichere Speicherung von Daten auf der Cloud und mit Swisssign Experten im Bereich der digitalen Identität erworben worden. Weitere Produkteinheiten, die im Projekt abgebildet wurden, sind Cyber Security, mobile Business-Kommunikation sowie ein digitales Wallet.
Mit ihrer Expansion hat sich die Post aber nicht nur Freunde gemacht. Insbesondere der Softwarehersteller Abacus wehrt sich gegen die Übernahme von Klara. Auf die Vorwürfe angesprochen, dass der staatliche Akteur mit den Zukäufen in einen Markt vorstösst, der nicht zu seinem Kerngeschäft gehört, weist Burth darauf hin, dass bereits heute 90% der Umsätze der Post auf dem freien Markt erzielt werden und damit insbesondere auch die Grundversorgung der Post finanziert werde. 
Auf Nachfrage sagte sie zudem, dass sie bis dato weder eine Beschwerde von der Postcom erhalten habe, noch ihr das Gutachten von Rechtsprofessor Felix Uhlman vorliegen würde.

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