Die Stadt Lausanne sucht einen neuen CIO

13. Mai 2020, 15:50
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Nach einem Jahr verlässt der jetzige CIO Georges Renaudet die IT-Abteilung bereits wieder. "Leider", wie die zuständige Stadträtin betont.

Die Stelle für einen neuen CIO der Stadt Lausanne werde spätestens in der nächsten Woche ausgeschrieben, erklärt Natacha Litzistorf, die zuständige Stadträtin und Direktorin für Unterkunft, Umwelt und Architektur in Lausanne gegenüber inside-it.ch. Sie hoffe, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Georges Renaudet die Stelle dann bis September 2020 antreten könne.
Renaudet hatte die Leitung der IT-Abteilung der Stadt mit rund 80 Mitarbeitenden im März 2019 übernommen. Nun geht er bereits wieder, weil er eine neue Herausforderung gefunden habe, bei der die digitale Transformation sehr im Zentrum stehe, sagt Litzistorf, ohne ins Detail zu gehen. Es habe aber absolut keine Unstimmigkeiten gegeben, im Gegenteil, sie bedauere den Abgang sehr.

Keine Probleme in der Übergangszeit

Für die IT-Abteilung sehe sie in der nun beginnenden Übergangszeit jedoch keine Probleme: "Wir haben die Personen, auf die wir die Zuständigkeiten interimistisch verteilen können." Dies sei auch ein Zeichen der guten Arbeit, die Renaudet und sein Vorgänger Denys Papeil geleistet hätten. "Sie haben die Abteilung stabilisiert und die Verantwortlichkeiten verteilt."
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Natacha Litzistorf, Stadträtin von Lausanne.
Der oder die künftige CIO leite aber nicht nur die Abteilung, er oder sie sei auch für die IT-Nutzung der rund 5000 Angestellten in der Stadtverwaltung verantwortlich. Zudem stehen in Lausanne einige wichtige IT-Projekte an. Litzistorf führt hier vor allem die Umsetzung der digitalen Strategie der Stadt auf: "Die Wichtigkeit der IT muss von den Politikern verstanden werden." Eine neue Kommission des Stadtparlaments, die sich mit IT-Fragen befasst und die digitale Strategie begleitet, sei hier bereits ein erster Schritt.
Die digitale Strategie umfasse Punkte wie: Optimierung von Verwaltungsverfahren, Erleichterungen für Lausanner Bürger und Bürgerinnen in ihren Verwaltungsverfahren sowie eine inklusive Politik, mit der ältere und gefährdete Menschen berücksichtigt werden müssen. Weiter stehe die Anwendung des Prinzips der Verantwortlichkeit und Transparenz und die Smart City auf der Prioritätenliste, sowie der Schritt vom Konzept zum Handeln durch die Verknüpfung von öffentlichen Ämtern, Stadtprojekten, Stadtplanung und Mobilitätspolitik.
Zu den Prioritäten der IT-Abteilung in naher Zukunft würden auch Security-Fragen gehören. Und schliesslich würden einige logistische Projekte anstehen: die Modernisierung von diversen Applikationen sowie die Erneuerung der IT in der Finanz- oder bei der Immobilien-Verwaltung.
"Es ist unerlässlich, dass IT zu einer echten Stadtstrategie wird", sagt Litzistorf. "Nach Covid 19 haben wir eine Chance, weil die IT mit mehr Wohlwollen und Respekt betrachtet wird. Wir müssen daran arbeiten, das Tempo der administrativen Prozesse an das Tempo der IT anzupassen."

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