Die Steuertricks der Tech-Giganten

14. Oktober 2015 um 15:20
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Die G20 wollen den üblen Tricks der Grossen einen Riegel vorschieben. Das könnte teils auch der Schweiz nützen.

Die G20 wollen den üblen Tricks der Tech-Firmen einen Riegel vorschieben. Das könnte auch der Schweiz nützen.
Google, Apple, Microsoft, Facebook, Cisco, HP, Oracle; die Liste liesse sich wohl fast endlos weiterführen. Ihnen gemein ist, dass sie nach allen Regeln der Kunst Billionen (ja, Billionen) in der Welt herumschieben, um möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen.
Allein die 500 grössten US-Unternehmen halten akkumulierte Gewinne von über zwei Billionen Dollar auf Offshore-Konten, wie 'Bloomberg' bereits letzten Frühling berichtet hat. Dabei steigen die Summen rasant an: Microsoft hat die ausserhalb der USA gebunkerten Gelder seit 2010 verdreifacht, Apple von zwölf auf 70 Milliarden gar beinahe versechsfacht.
Einer der beliebtesten Tricks ist der 'Double Irish', wie ihn zum Beispiel Google anwendet: Gewinne aus Länderniederlassungen werden in Irland gesammelt und von dort an die Google Ireland Holdings weitergeleitet. Diese ist zwar in Dublin registriert, hat ihren Sitz aber auf den Bermudas.
Ebenfalls zu Nutze machen sich Tech-Firmen den Umstand, dass Gewinne auf geistiges Eigentum in dem Land abgeliefert werden können, in dem das verantwortliche Patent angemeldet ist. Entsprechend werden Patente mit Vorliebe in Ländern mit tiefen Steuern gemeldet: Die Wertschöpfung wird nicht mehr am selben Ort versteuert, an dem sie ursprünglich erschaffen wurde.
Wirksame Gegenmittel gesucht
Letzte Woche sind sich die G 20 einig geworden.
Laut einem Bericht von 'Reuters' zahlen die grossen US-Firmen im Ausland durchschnittlich sechs Prozent Unternehmenssteuern.
Forschungsstandort Schweiz könnte profitieren
Eine Umsetzung der OECD-Vorschläge dürfte auch der Schweizer Tech-Industrie zu Gute kommen, wo Unternehmen zumindest im Jahr 2012 zwischen 10.6 Prozent (Nidwalden) und 21,4 Prozent (Genf) Steuern entrichtet haben, wie der 'Tages Anzeiger' damals berichtet hat von Google ausserhalb der USA beheimatet. (mik)

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