Die wenigsten Firmen sind bereit für Windows 11

5. Oktober 2021, 11:31
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Am Dienstag lancierte Microsoft die neuste Version seines Betriebs­systems. Das Upgrade dürfte für viele Informatikabteilungen kompliziert oder zumindest sehr teuer werden. Eine Einordnung.

Das vor allem optisch überarbeitete Windows 11 ist seit heute Dienstag verfügbar. Unter anderem fallen die Bedienoberflächen mit abgerundeten Ecken auf; ins Auge sticht ebenfalls das zentral platzierte Startmenü, wie man es etwa von der Konkurrenz aus Cupertino kennt. Zudem soll die Version sicherer geworden sein, mehr Tempo bieten und Android-Apps ausführen können. Letzteres fehlt aber zum heutigen Start noch und soll "irgendwann" nachgeliefert werden.

Weniger als die Hälfte aller Firmen-PCs sind parat

Technisch basiert Windows 11 zwar auf dem Kern seines Vorgängers, stellt aber massiv höhere Anforderungen an die Hardware als Windows 10. Zum Beispiel kommt es nur noch als 64-Bit-Version, erfordert ausgewählte CPU, mehr Arbeitsspeicher und etwa den doppelten Speicherplatz des Vorgängers.
Laut einer Untersuchung des Dienstleisters Lansweeper sind mehr als die Hälfte aller Firmenrechner nicht "fit" für Windows 11. Von 30 Millionen untersuchten Desktop-PCs in 60'000 Unternehmen erfüllten nur 44,4% die Anforderungen bezüglich CPU. 
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Chefredaktor Reto Vogt zu den Erfolgschancen von Windows 11.

Windows-11-Migration setzt Hardware-Ablösung voraus

Für eine Migration zu Windows 11 steht in vielen Organisationen also auch eine Ablösung der Hardware ins Haus. Dass das nach anderthalb Jahren Pandemie nicht von heute auf morgen geschieht, sondern mehr als reiflich überlegt sein wird, versteht sich von selbst. Zumal Firmen auch dann mit Betriebssystem-Upgrades zögerlich sind, wenn Sie nicht allen Mitarbeitenden einen neuen Rechner aufs Pult stellen müssen.
Eine Not, sofort auf Windows 11 umzusteigen, besteht ohnehin nicht. Microsoft unterstützt das Vorgänger-Betriebssystem nach eigenen Angaben noch bis Mitte Oktober 2025 und versorgt es mit entsprechenden Sicherheitsupdates. Gut möglich, dass bis dahin schon Windows 12, oder zumindest ein grosses Upgrade für Windows 11, bereitsteht.

Alle 3 Jahre ein neues Windows – eigentlich

Über 6 Jahre ist es her, seit Microsoft mit Windows 10 letztmals ein neues Betriebssystem vorstellte. Eine lange Zeitspanne: In der Vergangenheit lösten die Redmonder ihr wichtigstes Produkt jeweils bereits nach der Hälfte dieser Zeit ab. Dass sich Windows 10 so lange hielt, zeigt den durchschlagenden Erfolg des Betriebssystems. Ende September dieses Jahres lag der weltweite Marktanteil des Betriebssystems laut Statcount bei knapp 80%. Es darf bezweifelt werden, ob Windows 11 je auch nur in die Nähe dieser Zahl kommt. 

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