Drei IT-Freihänder vom Bund

24. November 2020 um 15:27
  • schweiz
  • e-government
  • beschaffung
image

Je einige Millionen Franken für SAP-Lizenzen, VMware-Lizenzen und eine Weiterentwicklung

Am heutigen 24. November 2020 hat das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) auf Simap eine Reihe von Zuschlägen für IT-Beschaffungen publiziert, die alle in freihändigen Verfahren vergeben wurden. Um es gleich vorwegzunehmen, die Begründungen für die freihändige Vergabe scheinen alle plausibel und inside-channels.ch wittert hier keine Probleme.

SAP

Für rund 3,5 Millionen Franken, davon knapp 2 Millionen für den Grundauftrag und der Rest für Optionen, hat das BBL zuhanden der gesamten Bundesverwaltung zusätzliche SAP-Lizenzen und -Softwarepflege beschafft. Der Auftrag über 4 Jahre sowie als Option über weitere 2 Mal 4 Jahre ging, irgendwie logisch, an SAP (Schweiz).
Die Begründung: Die zu beschaffenden Lizenzen seien "im Rahmen der Weiterentwicklung der heutigen SAP-Lösung der Bundesverwaltung zwingend nötig" und es gelte, "diese umfangreichen Investitionen langfristig zu schützen."
Gegenwärtig laufen beim Bund die riesigen ERP-Projekte "Superb" und "ERP Systeme V/ar" zur Erneuerung der zivilen und militärischen SAP-Systeme und deren Migration auf SAPs S/4HANA.

VMware

Für die Bundesverwaltung beschafft das BBL auch zusätzliche VMware-Lizenzen und -Wartung für das Jahr 2021. Der Zuschlag ging für 5,5 Millionen Euro an Business IT.
Die Begründung für diesen Freihänder: 2016 hat das BBL zuletzt VMware-Lizenzen beschafft, der Auftrag ging schon damals an Business IT. Allerdings reichten diese Lizenzen nicht aus. "Aufgrund eines im Rahmen der Ursprungsbeschaffung nicht vorhergesehenen Bedarfs, wurde deren Volumen vorzeitig ausgeschöpft", schreibt das BBL. Per 01. Januar 2022 soll die VMware-Beschaffung wieder öffentlich ausgeschrieben werden. Bis dahin allerdings sei die Sicherstellung der lückenlosen Leistung mittels freihändiger Vergabe unerlässlich, so das BBL. "Aus zeitlichen Gründen sowie im Interesse der Wirtschaftlichkeit kommt dafür einzig die bisherige Leistungserbringerin als Zuschlagsempfängerin in Frage."

AVAM-DMS

DXC Technology Switzerland erhielt einen Auftrag zur Weiterentwicklung des Systems AVAM-DMS für das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT bis Ende 2024. Der Grundauftrag hat hier einen Wert von 2,2 Millionen Franken, mit Optionen können aber weitere 5,1 Millionen Franken hinzukommen.
Die Begründung: Aufgrund der technischen Besonderheiten des Auftrages komme nur DXC Technology (vormals CSC Plönzke) als Zuschlagsempfänger in Frage, und es gebe keine angemessene Alternative.
AVAM ist das Informationssystems für die Arbeitsvermittlung und die Arbeitsmarktstatistik, Im dazugehörigen Dokumenten-Management-System werden die Dossiers von stellensuchenden Personen und von Unternehmen bearbeitet.
AVAM sollte nicht mit ASAL, dem Informationssystem für die Auszahlung von Leistungen der Arbeitslosenversicherung verwechselt werden, auch wenn die beiden Systeme ineinandergreifen. Letzteres wird gegenwärtig im Rahmen des Grossprojekts ASALfutur erneuert. 

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Genf will E-Voting-Versuche wieder aufnehmen

Der Kanton will einem Teil der Stimmbevölkerung wieder E-Voting anbieten. Statt dem eigenen System soll künftig die Lösung der Post zum Einsatz kommen.

publiziert am 2.11.2026
imageAbo

Nach 16 Jahren: Supercomputing-Zentrum wechselt Stromlieferant

Das EWZ Stadt Zürich löst die Aziende Industriali di Lugano ab. Die ETH äussert sich zu dieser Änderung, dem Stromverbrauch und der Energieeffizienz des CSCS.

publiziert am 30.10.2026
image

Waadt ergreift Referendum gegen Epic

Wer soll entscheiden, ob das IT-System Epic im CHUV sowie in elf Spitälern der Romandie eingeführt wird? Das Volk. Ein überparteiliches Komitee startet ein Referendum.

publiziert am 30.10.2026
image

Ob- und Nidwaldner ILZ darf mehr Gewinn erwirtschaften

Nach Nidwalden stimmte auch der Kantonsrat Obwalden einer neuen Regelung für das gemeinsame Informatikleistungszentrum zu.

publiziert am 30.10.2026