Ein Blick auf alternative Programmiersprachen

26. Oktober 2015, 09:04
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JavaScript mit Electron, Scala, Pharo, F#, R, Go, JASONiq: Am Entwicklerkongress Jazoon im Zürcher Technopark wurde dem Publikum ein Einblick in Programmiersprachen ausserhalb der Java-Welt geboten.

JavaScript mit Electron, Scala, Pharo, F#, R, Go, JASONiq: Am Entwicklerkongress Jazoon im Zürcher Technopark wurde dem Publikum ein Einblick in Programmiersprachen ausserhalb der Java-Welt geboten. Unser Berichterstatter Nicolas Bär fasst zusammen.
Erich Gamma eröffnete den ersten Jazoon Techday mit seiner Keynote zur Architektur und den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Entwicklungsumgebung Visual Studio Code. Er verdeutlichte den Trend, dass JavaScript nicht nur in der Entwicklung von Webdiensten eingesetzt wird, sondern als Backend-System oder Desktop-Client zunehmend an Attraktivität gewinnt: Um Visual Studio Code als Desktop-Applikation bereitzustellen, wurde das JavaScript-Framework Electron verwendet.
Zwei Talks brachten dem Publikum Aspekte der Sprache Scala näher. Aleksandar Prokopec legte den Fokus auf das Coding und die Lernkurve des Entwicklers beim Arbeiten mit Scala. Er zeigte anhand eines Beispiels auf, dass die Sprache zwar eine hohe Abstraktion zulässt, die Kenntnisse dieser Aspekte aber nur für besondere Aufgaben (z. B. API-Entwicklung) benötigt werden und für effizientes Arbeiten mit ihr häufig nicht Voraussetzung sind. Auf die Entwickler-Communities und mögliche Anwendungsfelder von Scala kam Lutz Hünken zu sprechen. Die ursprünglich für Functional Programming entwickelte Sprache findet heute etwa auch in den Bereichen Reactive Programming und Big Data Anwendung und wird in den entsprechenden Communities rege diskutiert.
Andrei Chis stellte die noch kaum bekannte Programmiersprache Pharo vor, deren Konzept, da Chis keine konkreten Einsatzgebiete vorstellte, einigermassen exotisch anmutete: Pharo ist eine sogenannte Live-Programmiersprache, die es dem Entwickler ermöglicht, beständig (also auch noch während der Laufzeit) mit dem Programm zu interagieren und Änderungen daran vorzunehmen. So kann beispielsweise die Funktion von Objekten mittels spezifischer Nachrichten aufgerufen werden.
Daniel Egloff präsentierte die Functional First Programmiersprache F# und deren Stärken anhand von Projekten in verschiedenen Feldern. Erfolgreich angewendet wurde die Sprache zum Beispiel bei der Implementierung eines GPU Compiler für .NET. Die Korrektheit der Implementierung – eine der grössten Herausforderungen bei der Entwicklung eines Compilers – konnte mit kompaktem Code und Pattern Matching sichergestellt werden.
Die Programmiersprache R (die auch als Software Environment für Statistical Computing verwendet wird) wurde von Volker Dobler vorgestellt. Als Beispiel dienten ihm Webperformance-Daten, aus denen er mittels weniger Befehle Diagramme erstellte, die ansonsten verborgene Sachverhalte offensichtlich machten; etwa, ob sich die Performance eines Systems über zwei Messpunkte verbessert hatte. Das zugrunde liegende Wissen im Bereich Statistik wird aber auch von R noch vorausgesetzt.
Marcel Van Lohuizen ist Mitentwickler der Programmiersprache Go, welche vor allem deshalb beliebt wurde, weil sie mit innovativen Concurrency Features aufwartet. Er teilte seine Erfahrungen mit der Programmiersprache in der Backend-Entwicklung von Webapplikationen und verdeutlichte, dass durch den Einsatz von Go die Skalierbarkeit von hochverfügbaren Systemen vereinfacht werden kann.
Ghislain Fourny schloss die Jazoon mit seiner Präsentation zur JSON Query Language JSONiq. Die Abfragesprache ermöglicht den einheitlichen Zugriff auf verschiedene NoSQL Datenbanken und damit auch einen Austausch der Technologie im Data Lake, ohne dass die Applikation geändert werden muss. (Nicolas Bär)

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