Ein Google-Roboter bringt sich alleine das Laufen bei

2. März 2020 um 16:02
  • innovation
  • google
  • robotik
image

Ein Roboter lernt fast ohne menschliche Intervention, sich in einer realen Umgebung fortzubewegen.

Roboter-Wissenschaftler arbeiten schon seit Jahren daran, selbstlernende Roboter zu entwickeln. Eines ihrer Ziele ist es dabei, die Maschinen zu befähigen, sich selbst beizubringen, wie sie sich fortbewegen können. Ein Team von Google-Ingenieuren hat nun dabei einen Fortschritt erzielt, den das 'Technology Review' des Massachusetts Institute of Technology (MIT) als ziemlich wichtig erachtet. 
Schon vor einem Jahr hat das Google-Team damit begonnen, seine Roboter in der realen Welt lernen zu lassen, anstatt in einer virtuellen 3D-Welt. Früher war es eigentlich ein Algorithmus in einer Computersimulation, der zuerst lernte, sich als "virtueller Doppelgänger" des eigentlichen Roboters in einer virtuellen Welt einigermassen sicher fortzubewegen. Erst danach wurde dieser Algorithmus dann in einen realen Roboter geladen. Wie man sich das in etwa vorstellen kann sieht man in diesem Video:
Das Google-Team aber glaubt, dass die Resultate besser und realistischer sind, wenn der Roboter sich von Anfang an in einer realen Umgebung bewegt. Roboter des Teams schafften es, in wenigen Stunden die Fortbewegung auf verschiedenen Arten von Oberflächen zu erlernen, vom normalen Boden bis zu einer Schaummatratze.
Allerdings mussten während des Lernprozesses immer noch viele Male Menschen eingreifen, beispielsweise um den Roboter aufzuheben, wenn er in eine ausweglose Situation geriet.
Nun hat es das Team geschafft, die Zahl der notwendigen menschlichen Eingriffe drastisch zu reduzieren. Unter anderem begrenzten sie das Gebiet ein, auf dem der Roboter sich bewegen konnte, und sie gaben ihm die Fähigkeit, mehrere Bewegungen gleichzeitig zu lernen. Es tönt vielleicht etwas banal, aber so konnte der Roboter beispielsweise, wenn er beim Lernen der Vorwärtsbewegung an die Begrenzung stiess, auf das Lernen der Rückwärtsbewegung umschalten.
Des weiteren programmierten die Forscher dem Roboter schon von Anfang an eine gewisse Vorsicht ein, so dass er weniger oft in die Bredouille geriet. Und sie legten ihm eine Fähigkeit in die Wiege, die er nicht zuerst erlernen musste: Einen Algorithmus für die Fähigkeit, selbst wieder aufzustehen, wenn er hingefallen war.
In diesem kurzen Videoclip des Google-Teams erhält man einen Eindruck vom Lernvorgang. 

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

imageAbo

Basel-Stadt will KI nicht besteuern

Ein Vorstoss verlangte die Prüfung einer Abgabe auf durch KI und Robotik erzielte Wertschöpfung. Der Grosse Rat ist dagegen.

publiziert am 22.10.2026 1
image

Zürcher Robotik-Startup Enact holt 30 Millionen

Die Roboter von Enact sollen dereinst in der industriellen Montage eingesetzt werden. Dafür laufen bereits Gespräche mit europäischen Fertigungsunternehmen.

publiziert am 22.10.2026
image

BFH-Spinoff Tomyra AI entwickelt KI für sensible Daten

Das Bieler Spinoff baut KI-Umgebungen für Unternehmen und Organisationen mit sensiblen Daten. Alle sollen eine eigene Umgebung und ein individuelles Sprachmodell erhalten.

publiziert am 16.10.2026
image

Zürcher Startup Klarent sammelt 8 Millionen

Mit dem gewonnenen Startkapital will Klarent sein Team und seine Plattform für autonome Qualitätssicherung weiter ausbauen und bis in die USA expandieren.

publiziert am 12.10.2026