Erster RFID-Virus erschaffen

15. März 2006 um 16:11
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Forscher der Amsterdamer Vrije-Universität haben einen RFID-Virus entwickelt.

Forscher der Amsterdamer Vrije-Universität haben einen RFID-Virus entwickelt. Dies berichtet heute die 'New York Times'. Damit ist wahrlich "die Zeit der RFID-Unschuld" abgelaufen, wie die Wissenschafter es formulierten. Zwar ist es so, dass die Funkchips (RFID steht für Radio Frequency Identification) schon immer umstritten waren. Vor allem Datenschützer bemängeln, dass der Schritt zu einer totalen Überwachung nicht mehr gross sei, wenn an jedem gekauften Objekt eine Etikette angebracht ist, die berührungslos und ohne Sichtkontakt gelesen werden kann. Aber Supermärkte, Logistikunternehmen oder Spitäler setzen die Funkchips bereits gut und gerne ein.
Der von den Forschern geschriebene Software-Virus nistet sich in die Tags (Funketiketten) ein, also beispielsweise auch auf jene Tags auf zukünftigen Schweizer Pässen, die biometrische Daten enthalten werden. Der Virus kann sich dann selber reproduzieren und beispielsweise an einem Flughafen einen "Buffer Overflow" verursachen. In Gefahr sind nicht unbedingt die wenigen Daten auf den kleinen Tags, sondern das Lesegerät, das auf eine Datenbank zurückgreift. Die Tags dienen bloss als Träger des Virus, einmal im Lesegerät angelangt, entfaltet sich das Schadprogramm. Wenn der Virus nun eine Flut von Anfragen auslöst, könnte dies das Lesegerät lahm legen und – gerade an einem Flughafen – Chaos anrichten.
Bisher wurden noch keine konkreten Sicherheitslücken in bestehenden RFID-Systemen gefunden. Die Erfahrung zeige aber, dass die RFID-Software Fehler enthält. Die Erfahrung zeigt auch, dass alle Geräte auf dieser Welt, die eine Software enthalten, anfällig auf Schadprogramme sind. RFID wird keine Ausnahme sein. (mim)

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