Die ETH Zürich schafft einen dedizierten Bereich für die Quantenforschung, in dem die einzelnen Akteure im Feld besser vernetzt werden sollen. Am neuen "ETH Quantum Center" seien bereits 28 Professuren aus 6 Departementen sowie dem Paul Scherrer Institut (PSI) angeschlossen, teilt die Hochschule in den 'ETH News' mit.
"Alleine schon diese Zahl verdeutlicht, wie vielfältig die Kompetenzen an der ETH Zürich in der Quantenforschung sind", wird Andreas Wallraff, Professor für Festkörperphysik, zitiert. Noch stecke die Quanteninformatik in den Kinderschuhen, ergänzt Kenny Paterson, Professor für angewandte Kryptographie, und erklärt: "Aber sie hat das Potenzial, einen revolutionären Einfluss auf die Informatik zu haben. Doch diese Wirkung wird nur durch interdisziplinäre Ansätze voll zum Tragen kommen."
Noch seien die meisten Professuren, die sich mit dem Feld befassten, im Departement Physik angesiedelt. Allerdings würden Quantenphysik und -Technologien in immer mehr Fachbereichen eine wichtige Rolle spielen, da man dort Anwendungen erwarte. Nun brauche es nicht mehr nur Physiker, sondern auch Ingenieure und Informatiker, die sich mit der Technologie befassten, heisst es in den
'ETH News'.
Die ETH hat auch 2 Professuren im Bereich ausgeschrieben: Eine für "Quantum Computing" am Departement Informatik und eine für "Experimental Quantum Technology" gemeinsam mit dem PSI. Bereits im letzten Herbst hatte die Hochschule einen neuen Masterstudiengang in Quantum Engineering lanciert und will ihre Aktivitäten in den kommenden Jahren weiter ausbauen.
Die ETH habe bereits heute Quantenforschung auf höchstem Niveau zu bieten, werde sich aber in Zukunft noch stärker als treibende Kraft international positionieren, zeigt sich Andreas Wallraff überzeugt.