EU will einheitliche Ladekabel

22. September 2021, 14:57
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Ein Gesetzesvorschlag fordert, dass es nur noch eine einzige Ladebuchse für Smartphones und Tablets gibt. Bis jetzt hatte sich vor allem Apple dagegen gesträubt.

Das Thema Ladekabel beschäftigt de EU-Kommission seit über einem Jahrzehnt. 2009 konnte man sich mit 14 Handy-Herstellern einigen. Diese erklärten in einer Selbstverpflichtung, einen einheitlichen Standard für Netzteile einzuhalten.
Von Dutzenden verschiedenen Kabel- und Buchsen-Typen blieben so noch drei übrig: Micro-USB, das neuere USB-C und Apples Lightning-Anschlüsse. Vor allem Apple sträubte sich gegen eine endgültige Vereinheitlichung und will seinen hauseigenen Anschluss behalten, der derzeit in allen iPhones, aber auch manchen Tablet-Modellen verbaut wird.
Apple argumentiert, bei allen Netzteilen setze man ohnehin auf USB-C. Mit einer Zwangsabschaffung der Lightning-Buchse werde eine grosse Menge an zusätzlichem Elektroschrott entstehen. Doch die EU-Kommission will nun vorwärts machen und einen Gesetzesvorschlag für einheitliche Ladebuchsen präsentieren, wie verschiedene Medien berichten.
Dabei könnte auch zur Diskussion gestellt werden, ob die Geräte überhaupt noch mit Netzteil ausgeliefert werden sollen. Ein getrennter Verkauf von Gerät und Netzteil könnte die Konsumenten anspornen, bereits vorhandene Ladegeräte weiter zu verwenden. Mit dem Vorstoss soll grundsätzlich Elektroschrott reduziert werden. Geschätzt werde, dass man so den laut einer EU-Parlamentarierin "grössten Müllberg Europas" um jährlich 980 Tonnen reduzieren könnte. Das EU-Parlament hatte die EU-Kommission Anfang 2020 aufgefordert, Vorschriften für einheitliche Ladetechnik auszuarbeiten.

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