Europäisches Navigationssystem später und staatlich

8. Mai 2007, 08:43
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Die Pläne der EU, zusammen mit einem Konsortium von Privatfirmen ein europäisches Satelliten-Navigationssystem (Galileo) aufzubauen sind allem Anschein nach gescheitert.

Die Pläne der EU, zusammen mit einem Konsortium von Privatfirmen ein europäisches Satelliten-Navigationssystem (Galileo) aufzubauen sind allem Anschein nach gescheitert. Der deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte in Brüssel, die öffentliche Hand, sprich die EU, werde wahrscheinlich den Aufbau von Galileo selbst finanzieren müssen. Man war sich mit dem Konsortium, bei dem Grossfirmen wie EADS, die Deutsche Telekom und der Rüstungskonzern Thales dabei sind, nicht einig geworden. Man schätzt, dass der Aufbau von Galileo, bei dem 30 Satelliten ins All geschossen werden sollen, weit über vier Milliarden Euro kosten wird.
Der Streit um die Aufteilung der Kosten für den Aufbau des Systems wird zu weiteren Verzögerungen im Projekt führen. Ursprünglich sollte Galileo bereits nächstes Jahr betriebsbereit werden - bis heute ist aber erst ein Testsatellit "oben". Nun müssen sich die beteiligten EU-Staaten und die weiteren Partner, darunter China, Indien und die Schweiz, neu über die Aufteilung der Kosten einig werden. Dieser Prozess dürfte bis Ende Jahr dauern.
Tiefensee glaubt nun, dass Galileo per 2012 in Betrieb genommen werden kann. Während die EU und weitere Staaten den Aufbau finanzieren sollen, soll nun das private Konsortium für den Betrieb aufkommen.
Im Gegensatz zum amerikanischen GPS und dem russischen "Glonass" dient das europäische System nicht primär militärischen Zwecken und wird unter ziviler Kontrolle stehen. Es wird kostenlose Grunddienste und kostenpflichtige, sehr genaue Daten geben. (hc)
(Illustration: (c) by European Satellite Navigation Industries)

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