Exklusiv! Gilbert Pfeiffer zurück im IT-Geschäft

28. August 2008, 13:01
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Sorgte für böses Blut: Gleich hordenweise wechselten Berater vom ERP-Hersteller Lawson zu Gilbert Pfeiffers Firma b4u consulting.

Sorgte für böses Blut: Gleich hordenweise wechselten Berater vom ERP-Hersteller Lawson zu Gilbert Pfeiffers Firma b4u consulting.
Gilbert Pfeiffer, der im August 2004 seine erfolgreiche Firma Gate Informatic für mindestens 4,8 Millionen Franken an den deutschen Bechtle Konzern verkauft hat, ist zurück im Geschäft. Still und leise gründete Pfeiffer vor gut einem Jahr die b4u Consulting AG. Wie der Homepage der Firma zu entnehmen ist, begann man mit drei technischen Consultants, die allesamt von Lawson Schweiz (früher Intentia) gekommen waren.
b4u bietet Beratung im deutschsprachigen Raum ausschliesslich im Umfeld des Lawson-Produkts M3, dem ehemaligen Movex von Intentia an. Die Firma wolle sich zentraleuropaweit im ERP-Consulting etablieren, so Pfeiffer auf unsere Frage, was seine Ziele seien. Neben M3 von Lawson wolle man auch Beratung für eine weitere ERP-Lösung, die aber noch nicht definitiv ausgewählt sei, anbieten.
Lawson: "b4u wird definitiv nicht unser Partner"
Seit der Gründung der Beratungsfirma durch Pfeiffer wechselten ein Grossteil der Berater samt der Schweizer Chefabteilung von Lawson zu b4u. Gleich 11 Consultants mit Movex-Erfahrung heuerten bei Pfeiffer an. Dies sind ungefähr drei Viertel der Berater, die Lawson in der Schweiz überhaupt hatte. Zuletzt gingen auch noch Marcel Peter als Leiter des operativen Geschäfts und Markus Tronich als Geschäftsführer für das internationalen Geschäft zu b4u. Tronich war zuvor immerhin verantwortlich für das Lawson-Consulting-Geschäfts in Zentraleuropa und im Nebenamt auch noch Country Manager für die Schweiz.
Damit war klar, dass manchen Lawson-Kunden gar nichts anderes übrig blieb, als zu b4u zu wechseln, wenn sie ihre Projekte über die Bühne bringen wollten. Ob sie am fait accompli Freude hatten? Pfeiffer: "Die Kunden begrüssen die Auswahl des Serviceanbieters".
Sicher ist, dass man bei Lawson überhaupt keine Freude an der Situation hatte und hat. Der noch bestehende Partnerschaftsvertrag wird per Ende September auslaufen, wie der neue Geschäftsführer Thomas Eggenschwiler sagt. "Eine strategische Partnerschaft mit b4u ist undenkbar," so Eggenschwiler, der aber einräumt, dass man b4u in einzelnen Projekten als Subcontractor anheuern musste. Eggenschwiler und Pfeiffer sind übrigens alte Bekannte: Ersterer war lange ein Kadermann in Pfeiffers Gate Informatic und erst noch sein Nachfolger als Leiter der Bechtle-Niederlassung in Bern.
Lawson Schweiz wird nicht aufgegeben
Mit beigetragen zum Massenexodus von Lawson zu Pfeiffers b4u dürfte das Gerücht haben sein, Lawson werde aus dem Consultinggeschäft in Europa aussteigen und insbesonders auch die Schweizer Niederlassung aufgeben. Dies sei aber keineswegs der Fall, sagt Eggenschwiler. Im Gegenteil: Die Beratungskapazitäten von Lawson sollen hierzulande wieder aufgebaut werden und er will sich auch besser auf das lokale Geschäft fokussieren.
Interessant dürfte die Antwort auf die Frage werden, ob eine Consulting-Firma langfristig gegen den Wunsch des ERP-Herstellers, in dessen Umfeld die Firma tätig ist, existieren kann. Pfeiffer auf unsere Frage, warum er sich ein weiteres Mal auf das Abenteuer einer Firmengründung im Informatik-Geschäft einlässt: "Die Herausforderung im gleichen Netzwerk, aber in einem doch anderen IT-Umfeld tätig zu sein, und andererseits mit einem professionellen Team am Markt erfolgreich zu agieren, ist auch für mich reizvoll." (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Lawson ist Kunde unseres Verlags.)

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