Schweizer Firmen offenbar fortgeschritten bei SAP-Migration

12. Mai 2026 um 11:37
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Foto: Valantic

Jedes dritte Schweizer Unternehmen ist bereits vollständig auf S/4Hana migriert. Damit sind die einheimischen Firmen weiter als ihre Mitstreiter im deutschsprachigen Raum.

Die Unternehmen in der Schweiz weisen im DACH-Vergleich den höchsten Anteil abgeschlossener SAP-Umstellungen auf. Jeder dritte Schweizer SAP-Kunde ist bereits produktiv auf S/4Hana, während die Unternehmen in Deutschland (28%) und in Österreich (25%) weniger schnell vorangekommen sind mit der Migration. Dies sind Resultate einer Umfrage des IT-Dienstleister Valantic, der 409 Führungskräfte befragt hat, davon 75 aus der Schweiz.
Die übrigen Betriebe und Organisationen der Schweiz befinden sich in der Implementierung (37%) oder planen die Migration (27%). Nur 4% sehen in absehbarer Zeit keine Umstellung vor. In den Nachbarländern ist der Status ähnlich, wobei in Deutschland mehr Firmen (44%) in der Implementierungsphase sind und in Österreich fast jedes achte Unternehmen vorerst auf die Migration verzichtet.

Private Cloud ist die erste Wahl

Das dominierende Betriebsmodell der neuen SAP-Systeme ist für viele Unternehmen, insbesondere in der Schweiz, die Private Cloud. Satte 75% setzen auf diese Option, weit mehr als in Deutschland (64%) und Österreich (56%). Die Public Cloud von SAP ist in den Nachbarländern jeweils für jede vierte Firma (27%) ein adäquates Betriebsmodell, in der Schweiz für nur 15%. Klassische On-Premises-Landschaften spielen in allen drei Ländern nur noch eine untergeordnete Rolle, wobei Österreich (17%) vor der Schweiz (10%) und Deutschland (9%) rangiert.
Die Umstellung von Software und Betriebsmodell hatte lange mit dem Nachweis des Mehrwerts zu kämpfen. Während in der Projektphase die Investitionshöhe und die Migrationsrisiken dominieren, tritt im operativen Betrieb eine andere Logik in den Vordergrund: Unternehmen bewerten nun, ob sich der Transformationsaufwand tatsächlich auszahlt. Ein Signal liefert Valantic zufolge die Kostenwahrnehmung. Fast jede zweite SAP-Anwenderfirma im deutschsprachigen Raum bestätigt im Produktivbetrieb Kosteneffizienz als Vorteil der Cloud. So würden sich automatisierte Updates, geringerer Infrastrukturaufwand und reduzierte Wartungskosten im laufenden Betrieb auswirken.

SAP-Landschaft wächst

Mit der ERP-Migration ist die Transformation der Geschäftsprozesse in vielen Firmen noch nicht abgeschlossen – insbesondere in Zeiten von KI. Die Mehrzahl der Führungskräfte sehen Wettbewerbsvorteile erst dadurch entstehen, wenn ERP-Systeme mit Cloud-Architekturen, Datenplattformen und KI-Anwendungen zu einer integrierten digitalen Plattform weiterentwickelt werden, führt Valantic.
Die SAP Business Technology Platform (BTP) und die SAP Business Data Cloud (BDC) sind für nahezu jeden zweiten Befragten die Grundlage für Integration, Datenmanagement und Erweiterungen. Speziell bei den Geschäftsdaten schenkt die Mehrheit SAP das Vertrauen. Der Anteil der Unternehmen, die vergleichbare Datenarchitekturen über zum Beispiel Snowflake oder Hyperscaler betreiben, sinkt von 40% auf 30%. Gleichzeitig wächst die BDC-Akzeptanz auf nunmehr 60% und verschiebt die Datenarchitektur-Entscheidungen weiter zugunsten des SAP-nativen Ansatzes.

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