Exklusiv! Itris' leiser Wandel

25. Mai 2011, 08:46
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Still und leise hat Itris zwei Highend-Systemintegratoren übernommen und ist als erster Schweizer Systemintegrator von der VMware-Cisco-EMC-Allianz (VCE) als Partner für den Verkauf der neuen 'Vblock' Infrastruktur-Plattform zertifiziert.

Still und leise hat Itris zwei Highend-Systemintegratoren übernommen und ist als erster Schweizer Systemintegrator von der VMware-Cisco-EMC-Allianz (VCE) als Partner für den Verkauf der neuen 'Vblock' Infrastruktur-Plattform zertifiziert.
Itris-Verwaltungsratspräsident Alfred Winkler (Foto) ist kein Freund des PR-Getöses. Und so fanden zwei, für die Zukunft der Itris-Gruppe recht bedeutungsvolle Übernahmen praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 2010 kam der etwa 25-köpfige Cisco-Spezialist und mehrfache Award-Gewinner Clounet zur Itris-Gruppe, und diesen März wurde der EMC-Spezialist InoSYS übernommen. Zudem bauten die Spreitenbacher das Systemintegrationsgeschäft im Enterpriseumfeld aus und holten mit Thomas Dick einen Swisscom-Mann als Verkaufsleiter.
"Noch ist IT-Maintenance unser Kerngeschäft und unsere Cash-Cow", betont Itris-Gründer Alfred Winkler im Exklusiv-Gespräch mit inside-channels.ch. So wartet Itris alle Kassen, Waagen und die Filialserver der Migros. Doch der Spreitenbacher Dienstleister ist seit je auch im IT-Handel tätig und spürte dort - wie alle Reseller - den zunehmenden Druck auf die Marge. "Dass Cisco in den Servermarkt eingestiegen ist, ist für uns toll. Denn Cisco hat im Gegensatz zu anderen Herstellern immer eine reine Channel-History gehabt. Und EMC geht immer mehr über den Channel", so Winkler.
Zusammen mit Clounet und Inosys hat Itris nun die technischen Kompetenzen, um auch Grossfirmen eine Gesamtlösung anbieten zu können. Itris ist denn auch der erste Schweizer IT-Dienstleister, der für den Verkauf der Vblock-Systeme von VCE (VMware, Cisco, EMC) in der Schweiz zertifiziert worden ist.
"Wir haben bisher schon Grosskunden betreut, genau wie auch Clounet und Inosys. Neu sprechen wir die Kunden aber mit einem dedizierten Verkauf an. Die technologische Expertise entscheidet in diesem Umfeld," so Thomas Dick.
Itris: 160 Millionen Umsatz, 360 Mitarbeitende
Der Spreitenbacher IT-Dienstleister, der seit 2004 auch medizinische Infrastrukturen betreut, wird dieses Jahr das 25. Geburtsjahr feiern. Zusammen mit Clounet und Inosys, die als unabhängige Firmen operieren werden, soll die Itris-Gruppe im laufenden Jahr auf einen Umsatz von 160 Millionen Franken kommen. Aktuell beschäftigt die Itris-Gruppe 358 Mitarbeitende.
Winkler ist überzeugt, mit VCE aufs richtige Pferd zu setzen. Auf die Frage, wo er denn die Gefahren beim Einstieg in den Highend-Markt sehe, sagt er: "Eigentlich sehe ich keine Gefahr. Wir glauben, dass bei den Produkten von VCE viel dahinter steckt. Sie sind aber komplex und ein Partner braucht Schwungmasse. Eine Firma mit 20 oder 25 Mitarbeitenden wird uns nicht kopieren können. Ausserdem haben wir trotz Preisdruck keineswegs vor, das bestehende Maintenance-Geschäft in Frage zustellen."
Cisco-EMC eine goldene Gelegenheit?
Tatsächlich könnte der Plan von Winkler und seinem Management aufgehen. Denn während etablierte Player wie IBM und HP nicht erst seit gestern ins Direktgeschäft drängen, ist ein neuer Player wie VCE auf starke Partner angewiesen und ist deshalb bereit, einen solchen zu belohnen. Und neues Business im Geschäft mit dem Bau und Betrieb von Rechenzentrum-Infrastrukturen wird auch dem Maintenance-Geschäft wieder neuen Schwung verleihen.
Winkler sagte im Gespräch, er habe das Wachstum von Itris nie gesucht. "Es hat sich so ergeben". Gut möglich, dass es sich auch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends "so ergibt." (Christoph Hugenschmidt)

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