Liechtenstein regelt KI-Einsatz

22. April 2026 um 08:48
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Juliane Marold, Amt für Personal und Organisationsentwicklung, Fabian Schmid, Leiter Amt für Informatik, Regierungschefin Brigitte Haas und Clara Guerra, Stabstelle für Digitale Innovation (v.l.). Foto: Regierung Liechtenstein / Yannick Zurflüh

Die Verwaltung von Liechtenstein hat nun eine KI-Strategie, um dezentral genutzte Tools zu bündeln. Dabei stehen nicht nur technische Protokolle, sondern auch verpflichtende Schulungen im Zentrum.

Die liechtensteinische Regierung hat die KI-Strategie der Landesverwaltung (LLV) verabschiedet. Damit soll der bisherige Einsatz von Künstlicher Intelligenz strukturiert werden. Wie die Regierung mitteilt, möchte sie mit dieser Strategie KI umsichtig einsetzen und damit zu einer modernen, bürgernahen Verwaltung beitragen.
Erarbeitet wurde die Strategie von der Task Force KI. Diese setze sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Amts für Personal und Organisation, des Amts für Informatik sowie der Stabsstelle für Digitale Innovation zusammen. In den Prozess eingebunden waren laut Mitteilung zudem weitere Fachstellen wie Datenschutz und Cybersicherheit sowie externe Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Die Task Force soll auch künftig über Fortschritte berichten und die Umsetzung der Strategie begleiten.

Status quo

Wie es in der KI-Strategie heisst, kommen heute schon KI-Anwendungen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Die Projekte würden von ersten Pilotversuchen bis hin zu etablierten Prozessen reichen. Gleichzeitig fehle eine zentrale Erfassung der eingesetzten Tools, was laut Strategie die Steuerung und Bewertung erschwert.
Die Strategie nennt konkrete Anwendungen, in denen KI aktuell verwendet wird. So beantworte der Chatbot "Libot" Standardanfragen von Bürgerinnen und Bürgern. Zusätzlich werden auch Tools für die Transkription von Sitzungen und Textverarbeitungsaufgaben genutzt. In einer internen Befragung unter 463 Mitarbeitenden sei nach der Textverarbeitung die Recherche der zweithäufigste Anwendungsfall von KI. Zu den meistgenutzten Tools würden ChatGPT und Deepl in den ersten zwei Positionen stehen. Die in der Umfrage genannten Tools sind überwiegend kommerzielle Systeme, die auch die tatsächliche Nutzung dominieren.
Während der Erarbeitung der Strategie wurden erste Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören ein KI-Merkblatt für Mitarbeitende, ein Weiterbildungskonzept sowie erste Schulungsangebote. Zudem bereitet die Verwaltung die Einführung von Microsoft Copilot als internes KI-Tool vor. Ziel sei dabei vor allem, repetitive Aufgaben zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten.

Fokus aus Mitarbeitenden, Governance und Souveränität

Ein zentraler Hebel sei die Qualifizierung der Mitarbeitenden. Bis Ende 2027 sollen mindestens 90% ein Grundlagentraining absolvieren. Für bestimmte Tools seien Schulungen sogar Voraussetzung für die Nutzung. Ergänzt werde dies durch Formate wie interne Austauschplattformen, Reallabore oder KI-Sprechtage.
Parallel dazu baut die LLV Governance-Strukturen auf. Künftig sollen alle KI-Anwendungen vor dem Einsatz geprüft und nach Risikokategorien klassifiziert werden. Geplant sei zudem ein zentrales Register, in dem sämtliche Anwendungen mit Zweck, Verantwortlichkeiten und Risikobewertung erfasst werden. Auch ein eigenes Gremium zur Steuerung der KI-Themen sei vorgesehen.
Technisch setzt die Regierung auf eine Kombination aus Cloud-Diensten und eigenen Infrastrukturen. Während skalierbare Anwendungen über Cloud-Plattformen laufen sollen, bleiben sensible Daten in eigenen Rechenzentren. Ergänzt werde dies durch Open-Source-Ansätze und spezialisierte Fachanwendungen.
Auch in der Schweiz versuchen Verwaltungen derzeit, den Einsatz von KI stärker zu strukturieren. Während die Digitale Verwaltung Schweiz einen Leitfaden zur Entwicklung von KI-Strategien erarbeitet hat, setzen einzelne Kantone wie etwa der Kanton Zürich bereits auf konkrete Leitfäden mit Fokus auf rechtliche und organisatorische Fragen.

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